Was ihr wollt

von William Shakespeare
aus dem Englischen von Thomas Brasch

Ein großes Schiffsunglück verursacht die Trennung der beiden Zwillingsgeschwister Sebastian und Viola. Letztere strandet auf der sagenhaften Insel Illyrien und begibt sich als Page verkleidet unter dem Namen Cesario in die Dienste des Herzogs Orsino. Dieser sendet sie als Liebesboten zu seiner Angebeteten Olivia. Doch Olivia will mit dem Herzog nichts zu tun haben, verliebt sich stattdessen in die verkleidete Viola und eröffnet damit einen irrwitzigen und feuchtfröhlichen Verwechslungsreigen, in den bald sämtliche Inselbewohner hineingezogen werden. Dazu singt der Narr seine Lieder und beobachtet das bunte Treiben dieser Leute als sarkastischer Kommentator. Als der totgeglaubte Sebastian auch noch in Illyrien auftaucht, ist die totale Verwirrung nahezu perfekt …


 „Was ihr wollt“ ist nach „Ein Sommernachtstraum“ Shakespeares meistgespielte Komödie auf deutschsprachigen Bühnen. Das Stück wartet mit einer wilden Achterbahnfahrt durch die Welt der Geschlechter auf und hinterfragt irrkomisch unsere gängigen Identitätsvorstellungen. 


Die junge Regisseurin Jana Vetten wird Shakespeares Komödienklassiker in einer spannenden und neuartigen Lesart auf die Bühne des Globe bringen.


 


 

Besetzung

Inszenierung Jana Vetten
Bühne & Kostüme Eugenia Leis
Musik Öğünç Kardelen
Dramaturgie Victor Pohl, Cosma Corona Hahne

Presse

„Diese temporeiche Komödie hat einen Haufen tückische Unterströmungen, die sie schnell in Untiefen jenseits der bloßen Lachlust über Liebesdinge treibt. Das macht sie so brisant. Regisseurin Jana Vetten und ihr Ensemble machen daraus ein auf mehreren Ebenen doppelbödiges Unterfangen, zeigen zackig diese Brisanz, diese dünne, unsichtbare Membran. Eine Membran, die sich spannt zwischen zugewandter Hingabe und gnadenlos drängender Überwölbung, zwischen Hoffnung auf Zweisamkeit und Angst vor Einsamkeit, zwischen den Geschlechtern und ihren doofen prosaischen Rollen in diesem klugen poetischen Balz-Spiel."

„Wenn man schon diese neue, runde, schmucke Interims-Spielstätte hat, die sich da in den Coburger Herbst-Abendhimmel mit seinem nächtlichen Festlicht hineinschimmert [...]. Wenn man schon vom Londoner Theater-Bau des geschichtsträchtigen Globe-Theatre inspiriert worden ist… Und wenn das alles schon so nach William Shakespeare ruft und schreit…Dann entkommt ja niemand der schlichten Notwendigkeit, den Spielbetrieb mit dem großen britischen Dramatiker zu beginnen. Am Ende von Jana Vettens dreistündiger Inszenierung von "Was ihr wollt" im schicken Rund dieses neuen Hauses ist die Erkenntnis groß: Dort, im neuen Coburger Globe, kann Theater zünden."

Nachtkritik, 15. Oktober 2023

„Randvoll mit Spielfreude, Fantasie und Aufbruchs-Elan geht Coburgs Schauspielensemble fast komplett an den Start. Unter der Leitung der jungen Regisseurin Jana Vetten und in den zeitlos-schrillen Kostümen ihrer Ausstatterin Eugenia Leis zelebrieren sie den 420 Jahre alten Komödienklassiker als sinnliches Spektakel, das glatt die Wortschöpfung „Shakespearical“ verdient."

„Musik spielt eine tragende Rolle in dieser jungen, frischen Inszenierung: Nicht nur mit atmosphärischen Klängen untermalt der Komponist Ögünc Kardelen die Story. Im Teamwork mit dem Ensemble hat er auch eingängige Songs geschrieben für dieses turbulent-poetische Spiel um Lust und Leidenschaft, Randale und Kabale, Camouflage und Rollentausch, in dem Lover und Stalker, Trinker und Trottel sich in ein traumhaftes Chaos stürzen."

„Mit des Narren Hilfe steuert die junge Regisseurin geschickt das Stimmungslevel in dieser zart-derben Romantik-Komödie, deren ernsthafte Untertöne ihr am Herzen liegen. Wann wird Schwärmerei zur Liebe – und wann aus Liebe Obsession? Lassen sich Gefühle von Geschlechterrollen ausbremsen? Verdienen nicht auch Widerlinge Mitgefühl? Mal maximalvergnüglich, mal melancholisch werden diese Fragen verhandelt – wobei die Karachokomödianten natürlich die Lacher auf ihrer Seite haben."

Neue Presse Coburg, 15. Oktober 2023

„Jana Vettens Zugriff auf Shakespeares viereinviertel Jahrhunderte alten Text ist erfrischend lebendig und kommt doch völlig ohne Zwang zur aufgesetzten Aktualisierung aus. Sie jongliert gekonnt mit äußeren Anspielungen auf die Shakespeare-Zeit (Bühne und Kostüme: Eugenia Leis), gerät jedoch nie altmodisch. Mit sicherem Gespür für das passende Tempo, mit unverkennbarer Freude an Shakespeares Faible für drastisch anschauliche Sprachbilder bringt sie dieses Verwirrspiel mit der spielfreudigen, durch einige Wechsel verjüngten Schauspiel-Schar auf die Bühne im Globe. Der Abend gerät turbulent, laut, schräg, gelegentlich auch schrill – und zaubert doch immer wieder auch fast zerbrechlich zarte poetische Momente auf die Bühne."

Coburger Tageblatt, 15. Oktober 2023