Draußen vor der Tür

von Wolfgang Borchert

Das vielleicht erste und womöglich authentischste Stück „Trümmerliteratur“ ist das einzige Drama von Wolfgang Borchert: „Draußen vor der Tür“. Vor 74 Jahren von seinem schon schwer erkrankten Autoren fertiggestellt, teilt es heute das Schicksal der ihm vorangegangenen Zeit des nationalsozialistischen Terrors. Seine Zeitzeugen sind bis auf wenige mittlerweile alle verstorben. Der Aufschrei gegen das Vergessen, der es sein sollte, ist heute mehr als das, er ist gleichzeitig auch zum Teil unserer Erinnerungs- und Aufarbeitungskultur geworden.


Im Angesicht des Wiedererstarkens revisionistischer und populistischer Tendenzen, sogar innerhalb des deutschen Parlaments, untersucht das Theaterkollektiv con<>form Wolfgang Borcherts Drama auf seinen Konflikt zwischen denen, die sich entschieden haben, dass „es“ aus und vorbei ist und womöglich auf den Müllberg der Geschichte gehört und dem Kriegsheimkehrer Beckmann, für den es kein Aus und Vorbei geben kann, niemals geben wird. Ohne das Drama aus seinem historischen Kontext zu lösen, mit dem Text, Autor und Figuren untrennbar verbunden sind, verdichtet des Theaterkollektiv den Text zu einem klaustrophobischen Fiebertraum, in dem Beckmann, der ewige Mahner und Neinsager wie es scheint mit der ganzen Welt um die eigene Ermächtigung zur Selbstbestimmung ringt.

Besetzung

Inszenierung con<>form
Bühne con<>form
Kostüme con<>form
Lichtregie Klaus Bröck
Dramaturgie Fabian Appelshäuser
Theaterpädagogik Christin Schmidt