Hamlet

Tragödie von William Shakespeare
Übersetzt von Fabian Appelshäuser nach August Wilhelm Schlegel

 

Nach einer solch langen Zeit ohne Bühne, ohne Vorstellung und ohne Applaus möchten wir für Sie zumindest digital den Vorhang für ein ganzes Stück öffnen. Mit Shakespeares „Hamlet“ können Sie ab Ende März eine komplette Inszenierung kostenlos streamen.

Schwere Zeiten für Hamlet.

Sein geliebter Vater ist tot, seine Mutter hat seinen Onkel geheiratet, seine Freundin geht ihm tierisch auf die Nerven und dass man noch zwei Schulfreunde eingeflogen hat, um ihn aufzuheitern, setzt dem Ganzen die Krone auf. Außer ihm scheint es niemanden zu interessieren, wie und durch wen sein Vater starb. Immer wird er als überspannter Sonderling, als der Traurige oder der, der übertreibt abgetan. Will niemand außer ihm die Wahrheit sehen? Es ist doch vollkommen offensichtlich, dass sein Onkel ein Mörder und seine Mutter eine Ehebrecherin ist und alle sich erst gegen seinen Vater und jetzt gegen ihn verschworen haben, um, ja um, wieso denn eigentlich genau?

Morde werden statistisch gesehen am häufigsten aus Liebe, Rache oder Habgier begangen. Hamlet analysiert seine Umwelt und entdeckt mindestens eins dieser Motive bei seinen Mitmenschen und spätestens, als man ihn bittet in Dänemark zu bleiben, ist vollkommen klar, dass man ihn kontrollieren, ihn mundtot machen, wahrscheinlich sogar umbringen will und das kann Hamlet nicht zulassen. Was bleibt ihm auch sonst, wenn man die Wahrheit anscheinend drehen und wenden kann, bis die Welt endgültig aus den Fugen ist.

Es ist immer furchtbar, wenn jemand stirbt, besonders wenn es ein so großer Herrscher wie König Hamlet war. Sein Hofstaat, seine Familie, vor allem seine Frau würden gerne trauern und den Schmerz über den Verlust zulassen können. Aber es gilt ein Königreich zu regieren, innere und äußere Spannungen zu beseitigen und dem Erbe des großen Hamlet gerecht zu werden. Außerdem ist da noch Prinz Hamlet, den der Verlust so sehr getroffen hat, dass er überall Verschwörung, Mord und Totschlag wittert, wo man ihm nur helfen möchte. Ein wenig Zeit zuhause und Besuch von zwei alten Freunden sollte ihm guttun und vielleicht hört dann auch diese Wahnvorstellung vom Königsmord auf.

 

Besetzung

 

Hamlet Florian Graf
Ophelia Marina Schmitz
Claudius Frederik Leberle
Gertrud Eva Marianne Berger
Polonius Nils Liebscher
Horatio, Rosenkranz, 1. Totengräber Benjamin Hübner
Laertes, Guildenstern, 2. Totengräber Philipp Rosenthal

Inszenierung Matthias Straub
Bühne Till Kuhnert
Kostüme Carola Volles
Kampfchoreografie Jean-Loup Fourure
Sound & Noise Dominik Tremel
Lichtregie Thilo Schneider
Aufnahmeleitung André Rößler
Dramaturgie Fabian Appelshäuser