Weltliteratur II

Vortragsreihe

Infos: www.vhs-coburg.de
Anmeldung: info@vhs-coburg.de oder 09561-88250
Eintritt 10,-€
Ausführliche Informationen finden Sie im Flyer der vhs.

Ausführliche Informationen finden Sie im Flyer der vhs.


TERMINE

Mittwoch, 12.10.2022, 19:00 Uhr
William Shakespeare
"All the World"s a Stage"
- Zur Relevanz von William Shakespeares Themen und Figuren – Die jährlich ca. 400 professionellen Bühnenproduktionen sowie
Übersetzungen in über 100 Sprachen - darunter Klingonisch - lassen nur einen Schluss zu: Die Faszination des Theaterpublikums für William Shakespeares insgesamt 38 Bühnenwerke ist ungebrochen. Shakespeares frühneuzeitliche Inszenierungen politischer Macht, der menschlichen Natur, von sozialer Ordnung und Alterität haben auch im 21. Jahrhundert nicht an Relevanz verloren. Wir leiden mit seinen tragischen Helden - dem ehrgeizigen Macbeth, dem eifersüchtigen Othello, dem zaudernden Melancholiker Hamlet oder den ‚star-crossed lovers‘ Romeo und Julia - und fühlen uns von den Irrungen und Wirrungen in romantischen Komödien wie dem Sommernachtstraum unterhalten. Der Vortrag beschäftigt sich mit der spannenden Theaterpraxis im elisabethanischen London, gibt einen Überblick über Shakespeares Werk und Biographie und beleuchtet die Ambivalenzen in dessen Darstellung von Macht, Geschlecht und Ethnizität.
Frederik Leberle und Nils Liebscher


 


Mittwoch, 26.10.2022, 19:00 Uhr
E.T.A. Hoffmann
"Ein Märchen aus der neuen Zeit"
- E.T.A. Hoffmann und "Der Goldene Topf" (1814) –
E.T.A. Hoffmann zählt zu den wohl bekanntesten und wichtigsten Autoren in der deutschsprachigen Literatur. In seinen vielfältigen Texten begegnen die Lesenden nicht nur unheimlichen Automatenmenschen und Wetterglashändlern, sondern reisen auch in märchenhafte Welten, in denen Limonadenströme fließen und Marzipanschlösser die Landschaft zieren. In seiner Tätigkeit als Kapellmeister reiste Hoffmann viel und kommt 1808 schließlich nach Bamberg. In seiner Bamberger Zeit von 1808 bis 1813 ist er nicht nur im Theater tätig, sondern beginnt mit der Verfassung der „Fantasiestücke in Callot’s Manier“, die 1814 publiziert werden. In dieser Sammlung befindet sich auch das Kunstmärchen „Der Goldene Topf“. Ein sehr vergnüglicher Text, der die Künstlerwerdungsgeschichte des Studenten Anselmus erzählt. Situiert ist die Geschichte zwischen Atlantis und Dresden, zwischen der Welt des Wunderbaren und der bürgerlichen Alltagswelt.
Lilian Prent


 


Mittwoch, 23.11.22 19:00 Uhr
Astrid Lindgren
"Niemals Gewalt!"
- Astrid Lindgren und die Politik im Kinderbuch –
Auch 20 Jahren nach ihrem Tod ist die Schwedin Astrid Lindgren noch immer eine der bekanntesten Kinderbuchautorinnen der Welt. Wie sie schon 1978 in ihrer - fast der Zäsur zum Opfer gefallenen - Dankesrede zur Verleihung des Friedenspreises des Deutschen Buchhandels verlauten ließ, erwarte man von einer Kinderbuchautorin wohl weniger „weite politische Ausblicke und Vorschläge zur Lösung internationaler Probleme.“ Doch Lindgren setzte sich zeitlebens aktiv gegen Ungerechtigkeit und Unterdrückung ein, insbesondere für das Recht aller Kinder auf Geborgenheit, Liebe und ein gewaltfreies Leben. Ihr politischer Aktivismus spiegelt sich in ihrem monumentalen und zeitlosen Gesamtwerk wider und wurde nicht selten kontrovers diskutiert. Ihre Aufforderung nach „Niemals Gewalt!“ erscheint aktuell wieder präsenter denn je und zementiert das Schaffen einer Autorin, die ihrer Zeit voraus.
Juliane Schwabe und Stephan Mertl


 


Mittwoch, 30.11.22 19:00 Uhr
Franz Kafka

Schockierende Begebenheiten in nüchterner Sprache
- Franz Kafka aus Prag –
„Als Gregor Samsa eines Morgens aus unruhigen Träumen erwachte, fand er sich in seinem Bett zu einem ungeheuren Ungeziefer verwandelt“ Dieser berühmte erste Satz aus Franz Kafkas Erzählung „Die Verwandlung“ zeigt bereits die Besonderheit seiner Sprache: Schockierende Begebenheiten präsentiert der Autor in der nüchternen Sprache des Juristen, seinem Hauptberuf. Der Vortrag möchte ergründen, warum die Literatur des jüdischen Autors aus Prag zur Weltliteratur gezählt wird. Dabei kommen neben einer Auswahl seiner Werke auch seine Tagebücher zur Sprache, die Auskunft über seine Auffassung des Schreibens geben. Nicht zuletzt wird wichtig sein, die jüdische Herkunft des Autors zu beleuchten.
Niklaus Scheibli


 


Mittwoch, 07.12.22 19:00 Uhr
Wolfgang Borchert
Als er mit nur 26 Jahren starb, hatte er nur ein schmales Werk veröffentlicht: Trotzdem gilt der gebürtige Hamburger Wolfgang Borchert als eine der wichtigsten Stimmen der deutschsprachigen Literatur nach dem Zweiten Weltkrieg und als Exponent der Kahlschlag- oder Trümmerliteratur. Sein Stil ist glasklar, bisweilen schmerzhaft nüchtern – von einem „Einfachwerden“ spricht Heinrich Böll, das freilich „eine ungeheure Verfeinerung der Mittel“ voraussetzt. Krieg, Gefangenschaft und Heimkehr, Orientierungslosigkeit und Verzweiflung sind Borcherts Themen, die er im Drama „Draußen vor der Tür“ ebenso wie in Gedichten und bekannten Kurzgeschichten wie „Die Küchenuhr“, „Nachts schlafen die Ratten doch“, „Das Brot“ oder „Dann gibt es nur eins!“ verhandelt. An diesem Abend stehen neben diesen Texten auch der zeit- und literaturgeschichtliche Kontext der angeblichen ‚Stunde Null‘ im Fokus, von dem Borcherts Werk nicht zu trennen ist.
Florian Graf


 


Mittwoch, 21.12.22 19:00 Uhr
Christa Wolf

"Zu erzählen, das heißt: wahrheitsgetreu zu erfinden auf
Grund eigener Erfahrung."
- Zu Person und Werk Christa Wolfs –
Christa Wolf (1929-2011) gehört nicht nur zu den großen DDR Autorinnen, sondern ebenso zu den bedeutendsten Schriftstellerinnen des deutschsprachigen Raums. Ihr Schaffen umfasst rund 50 Jahre und reicht von Essays über Erzählungen und Reden bis hin zu Romanen. In den späten 1920er Jahren geboren, kommen in ihren literarischen Arbeiten die politischen und historischen Erlebnisse ihrer Zeit zum Ausdruck. Nicht erst die Erzählung „Was bleibt“ (1990), die den deutschdeutschen Literaturstreit auslöste, machte sie  zu einer kontrovers diskutierten Person. Als bekennende Sozialistin und kritische Denkerin reflektiert sie in ihren Texten die Funktionen und Möglichkeiten von Literatur, das Verhältnis zwischen Individuum und Gesellschaft, die Lebensbedingungen von Frauen und den Umgang mit Scheitern.
Annelie Straub


 


Mittwoch, 11.01.23 19:00 Uhr
Miguel de Cervantes
Im Kampf gegen Windmühlen
- Miguel de Cervantes und Don Quijote von der Mancha –
Der Mexikanische Dichter Carlos Fuentes hat einmal gesagt: „Don Quijote hat den modernen westlichen Roman begründet, der es uns
ermöglicht, uns selbst zu verlassen und die Welt zu erschließen und zwar mit Sinn für Ironie und Humor.“ Das berühmteste Werk des
spanischen Nationaldichters Miguel de Cervantes ist eines der meistgelesenen Bücher der Weltliteratur. Cervantes wollte vermutlich
eine Parodie auf die zu seiner Zeit beliebten Rittergeschichten schreiben. Daraus wurde ein Roman, der weltweit Vorlage zur
Umsetzung zahlreicher literarischer Ideen war. Wer ist der Autor, dessen Namen auch Jahrhunderte nach seinem Tod nahezu jedem bekannt ist? Was für ein Leben führte er? Und was macht seine Geschichte um den verarmten Junker Don Quijote von der Mancha so
besonders und einflussreich? Antworten auf diese Fragen und Einblicke in Cervantes Werk(e) gibt Prof. Dr. Enrique Rodrigues-Moura an diesem Abend.
Hans Ehlers


 


Mittwoch, 25.01.23 19:00 Uhr
Sir Arthur Conan Doyle

Vom genialen Detektiv zum bärbeißigen Abenteurer
- Das Werk Sir Arthur Conan Doyles –
Der schottische Schriftsteller und Arzt Sir Arthur Conan Doyle ist den meisten Lesern als „Vater“ des berühmtesten aller Detektive, Sherlock Holmes, bekannt. Ende des 19. Jahrhunderts eroberte er mit seiner Kultfigur die Literaturszene und das, obwohl seine Figur Holmes einen eher schlechten Start hinlegte und die ersten beiden Romane wenig Beachtung fanden. Doyles Größe liegt, so könnte man meinen, also eher in der Kürze. Der Eindruck täuscht jedoch, denn wenn wir Doyle auf seinen Meisterdetektiv reduzieren, was gemeinhin gerne getan wird, tun wir als Leser ihm einerseits Unrecht und bringen uns andererseits selbst um spannenden und teils kontroversen Lesestoff. Doyles Gesamtwerk bietet eine beeindruckende Bandbreite von literarischen Genres - Detektivgeschichten, Abenteuerromane, Gedichte, Theaterstücke und Sachliteratur zu allerhand Themen. Dieser Vortrag beleuchtet das Werk Arthur Conan Doyles über Holmes hinaus und gibt einen Einblick ins Doyles weniger bekannte, aber nicht weniger unterhaltsame Werke wie die Abenteuerromane rund um die Figur Professor Challenger. Zudem wird sich der Vortrag mit Doyles Leben befassen und beispielsweise seine spirituelle Seite als Anhänger des Okkulten oder seiner sportlichen Seite als kompetitiver Sportsmann aufzeigen.
Tobias Bode und Simon Latzer

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