Rechercheprojekt zur Coburger Stadtgeschichte

Die goldenen 20er Jahre. Swing und Charleston erobern den Kontinent. Veränderung liegt in der Luft. Es wird getanzt, gefeiert, getrunken und gekokst. Der Gatsby ist groß, das Mokka Efti jeden Abend voll und die Bohème tanzt auf dem Vulkan. Das ist das Gesicht der 1920er-Jahre, das wir am liebsten sehen.


Die Armee ist im Felde unbesiegt, der Kaiser flüchtet, Scheidemann ruft die Republik aus. Hunger und Elend. Alle großen Träume sind endgültig geplatzt und das ist erst der Anfang.


In der Republik von Weimar wird immer wieder gewählt, die Räterepublik wird ausgerufen und niedergeschlagen. Die Organisation Consul ermordet demokratisch gesinnte Politiker, die Freikorps wüten noch lange durch die deutschen Ostgebiete. In Berlin liefern sich Sozialisten und Nationale Straßenschlachten. Das ist die hässliche Fratze der 1920er-Jahre, die wir am liebsten vergessen würden.


Zwei Freunde, Veteranen des großen Krieges, werden im Coburg der 1920er-Jahre in Ereignisse verwickelt, die Geschichte machen werden. Die Geschichte kennen wir. Glauben wir. Diese Stadt kennen wir. Glauben wir.


Die Regisseurin Katharina Ramser hat mit dem Autoren Fabian Appelshäuser eine Recherche über die Stadt Coburg angestellt, deren Destillat ein Theatertext über die ehemalige Residenzstadt in den 1920er-Jahren geworden ist, der die Geschichte erzählt, der Fakten mit so viel Fantasie mischt, dass man sich wünscht, so wäre es gewesen und der vor allem eine Geschichte über eine Freundschaft in den Wirren einer Zeit ist, die so schnelllebig war, dass sie sich am häufigsten selbst überholt hat.


 


Premiere am 09.04.2022