Forgotten Things (Arbeitstitel)

Frei nach „Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer in Haft“ von Felicia Zeller

Aus dispositorischen Gründen muss die Vorstellung von „Forgotten Things“ am Sonntag, 28. April um 18:00 Uhr abgesagt werden. Bereits gekaufte Karten können an der jeweiligen Verkaufsstelle zurückgegeben bzw. für eine andere Vorstellung umgetauscht werden.


Spätestens seitdem ein junger Mann während des letzten Bundestagswahlkampfs vor laufenden Kameras die Bundeskanzlerin Angela Merkel auf die Missstände in der Pflege ansprach, ist das Thema in aller Munde. Aber jenseits aller sozialpolitischen Herausforderungen angesichts der vielzitierten überalterten Gesellschaft konfrontiert uns der Themenkomplex doch mit grundsätzlichen, ethischen Fragestellungen. Was bewirkt die Überalterung in einer kapitalistischen Gesellschaftsordnung? Wie viel ist ein Mensch noch wert, wenn er in diesem System nichts mehr beisteuern kann? Wonach bemisst sich der Wert des Lebens? Und wie schnell folgt das Vergessen und Verdrängen?

Ausgehend von dem Theaterstück „Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer in Haft" von Felicia Zeller, worin die Autorin Anfang der 90er Jahre auf poetisch überhöhte Weise das Leben in einem Altersheim darstellte, entwickelt Regisseur Marten Straßenberg gemeinsam mit seinem Ensemble einen assoziativen Theaterabend. Neben Felicia Zellers Stück finden außerdem auf Recherchen und Improvisationen beruhendes Textmaterial, aber auch Tanz und Bewegung, Sounds und Video Eingang in diesen Theaterabend.

Angereichert mit biografischen Details erzählt die Inszenierung vom Alltag dreier Senioren in einer Altersresidenz. Wir erleben die Bewohner in ihrem letzten Lebensabschnitt, angewiesen auf die Hilfe professioneller Pfleger. Und auch die – abwesenden – Angehörigen erhalten eine Stimme an diesem Ort, der auch Momente der Freude und Platz für persönliche Geschichten bereithält. So erzählt wird die letzte Lebensstation zu einem Ort der Utopie, einem Ort voller Menschlichkeit.

Besetzung

Inszenierung / Sound / Choreografie Marten Straßenberg
Bühne und Kostüm Susanne Wilczek
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Herr Maier Stephan Mertl
Herr Hoffmann Thomas Straus
Frau Janus Kerstin Hänel
Pfleger*innen Selina Bär, Annetta Chiantone, Saskia Fruntke; Birk Menzel, Mees Menzner, Luca Schenk

 

Presse

„Frau Janus (Kerstin Hänel), Herr Maier (Stephan Mertl) und Herr Hoffmann (Thomas Straus) und ihr Versuch, trotz aller Zwangskontakte in der Seniorenresidenz so etwas wie Eigenständigkeit und Würde zu bewahren – sie garantierten dem Premierenpublikum einen verstörend intensiven Theaterabend, der ein gesellschaftlich brisantes Thema auf spannende, aber nicht moralisierende Weise lebendig werden ließ. Denn Straßenberg hütete sich davor, dieses Thema allzu einseitig auf die Bühne zu bringen. Vielmehr setzte er bewusst immer wieder auch leise komische Akzente. In der Kombination aus gesprochenem Wort, Klang und choreographischen Akzenten bewies Straßenberg feines Gespür für die wirkungsvolle Verbindung sehr unterschiedlicher Elemente.“
Coburger Tageblatt, 01. April 2019

„Es ist kein konventionelles Drama, eher schon ein Gesamtkunstwerk, das der junge Regisseur als „assoziativen Theaterabend“ aus Felicia Zeller Stück „Meine Mutter war einundsiebzig und die Spätzle waren im Feuer“ entwickelt hat und mit eben so viel Sensibilität wie Fantasie, Gestaltungskraft und einer Prise bitter-groteskem Humor auf die Studiobühne bringt.“
Neue Presse, 01. April 2019