Das Abschiedsdinner (Un dîner d'adieu)

von Matthieu Delaporte und Alexandre de la Patellière
Deutsch von Georg Holzer

Abzüglich Dienstreisen, Familienfeiern, Elternabenden und sonstiger Verpflichtungen bleiben Pierre und Clotilde in diesem Jahr genau 24 freie Abende. Wenn an acht bis zehn von diesen Abenden Einladungen zum Abendessen bei Freunden liegen, okkupieren ihre Freunde 35 Prozent der Zeit, die ihnen zur freien Verfügung steht. Eigentlich viel zu viel.


Aber man kann seine Freunde nicht einfach auf Eis legen oder zurückgeben. Ein Abschiedsdinner soll Abhilfe schaffen. Man lädt die zu Verabschiedenden ein, kocht ihr Lieblingsessen, kredenzt Wein aus ihrem Geburtsjahr und unterlegt alles mit der Lieblingsmusik der Delinquenten. Ein letztes Mal schwelgt man in gemeinsamen Erinnerungen, feiert das zusammen Erlebte, genießt die Nähe der anderen. Dann fällt der Vorhang für immer.


Im Strudel aus ungarischen Psychoanalytikern, panierten Schweinefüßen und schwedischer Gymnastik gerät die Prämisse des Abschiedsdinners ins Wanken. Kann man dreißig Jahre Freundschaft wirklich an einem Abend beenden, weil man dadurch drei freie Abende zusätzlich im Jahr gewinnt?


Ob man am Ende eines solchen Dinners die Scherben wieder zusammensetzen kann oder ob ein Abschiedsdinner eigentlich eine gute Idee ist und sie in Zukunft vorsichtig sein sollten, wenn man ihr Lieblingsessen kocht, loten Regisseur André Rößler und Ausstatterin Simone Graßmann gemeinsam mit Eva Marianne Berger, Frederik Leberle und Nils Liebscher in der neuen Komödie von Matthieu Delaporte und Alexandre de La Patellière, die mit „Der Vorname“ schon für einen Theater-Hit sorgten, aus.

Besetzung

Inszenierung André Rößler
Bühne und Kostüme Simone Grassmann
Dramaturgie Fabian Appelshäuser