Aus dem Nichts

Theaterfassung von Armin Petras | Nach dem gleichnamigen Drehbuch von Fatih Akin

Als 2017 Fatih Akins Spielfilm „Aus dem Nichts“ mit Diane Kruger in der Hauptrolle in die deutschen Kinos kam, sorgte er mit Auszeichnungen in Cannes, bei den Golden Globes und schließlich einer Shortlistplatzierung bei den Oscars schon bald für Furore.


Im Zentrum von „Aus dem Nichts“ steht Katja, Ehefrau des türkischen Ex-Häftlings Nuri und Mutter des gemeinsamen sechsjährigen Sohnes Rocco. Die Familie bewohnt ein schönes Einfamilienhaus in der Nähe von Hamburg. Eines Tages ereignet sich jedoch das Unfassbare: Bei einem von Neonazis verursachten Bombenattentat kommt Katjas kleine Familie grausam zu Tode. Von einem Moment auf den anderen steht sie vor dem Nichts und die einzige Hoffnung, an die sich die junge Frau klammert, ist die Verurteilung der Mörder. Für Katja beginnt nun ein langer Kampf um ihren Lebenswillen und die Gerechtigkeit. Doch wird der Richter ihr, der Frau eines Ex-Kriminellen und selbst ehemals Drogensüchtigen, überhaupt Glauben schenken?


Fatih Akin nahm selbst als Zuschauer an mehreren Verhandlungstagen im NSU-Prozess teil und war schockiert über den Umgang mit den Hinterbliebenen der Opfer. Der Theaterregisseur und Autor Armin Petras hat aus der Filmvorlage eine spannende Theaterfassung erstellt, die nun unser langjähriges Ensemblemitglied Frederik Leberle in der Reithalle inszenieren wird.

Besetzung

Regie: Frederik Leberle
Bühne, Kostüme und Video: Frank Albert
Lichtregie: Klaus Bröck
Dramaturgie: Fabian Appelshäuser, Victor Pohl

Presse

„Als Regisseur verwandelt Frederik Leberle die Vorlage Fatih Akins in ein schonungsloses Kammerspiel voller Fragen. Denn Leberles Regie stellt Fragen, statt moralisierend mit dem Zeigefinger Schuldige zu markieren."

"Niemand in der Reithalle kann diesen Fragen entfliehen, weil das Darsteller-Sextett in Leberles detailgenauer Regie keine Klischees auf die Bühne bringt, sondern Konflikte und menschliche Schwächen sichtbar werden lässt, ohne zu denunzieren. Atmosphärisch dicht in ihrer kühlen Strenge: die Ausstattung Frank Alberts, zu der auch dokumentarische Videos gehören. In harten Schnitten verdichten diese Videos die Themen Gewalt, Fremdenhass und Terror."

"Jeweils in Doppelrollen agieren Kerstin Hänel, Juliana Schwabe, Florian Graf, Nils Liebscher und Niklaus Scheibli, die ihre Figuren mit präzisen Akzenten charakterisieren und stellvertretend als Typen erscheinen lassen, ohne sie klischeehaft zu überzeichnen [...] Daraus gewinnt dieses Kammerspiel eine Sogwirkung, der sich das Premierenpublikum nicht entziehen kann.“

Coburger Tageblatt, 09. Januar 2023

"Eindringlich und sensibel zeigt Marina Schmitz den zusehends verzweifelten Kampf dieser traumatisierten Frau gegen Engstirnigkeit, Resignation und Ressentiments, den Frederik Leberle in der Coburger Reithalle mit seinem hoch konzentriert agierenden Ensemble als psychologisches Kammerspiel in Szene setzt."

"Die Inszenierung rückt die Emotionen und Konflikte der Betroffenen in den Fokus, zeigt auch die innere Zerrissenheit der Figuren."

"Frederik Leberle lässt diese intensive Theaterstunde mit einem Anstoß zum Nachdenken ausklingen. Lang anhaltender Premierenapplaus würdigt eine packende Inszenierung und das eindringliche Spiel des gesamten Ensembles."

Neue Presse Coburg, 07. Januar 2023