Lucia di Lammermoor

Dramma tragico in drei Akten von Gaetano Donizetti
Libretto von Salvatore Cammarano nach „The Bride of Lammermoor" von Sir Walter Scott

Die Hochzeit, der vermeintlich „schönste Tag des Lebens“, wird für Lucia zum Albtraum: Auf Drängen ihres Bruders Enrico unterschreibt sie den Ehevertrag mit Lord Arturo, als plötzlich ihre wahre Liebe erscheint: Edgardo Ravenswood, der Todfeind ihrer Familie. Dieser verflucht sie. Noch in der Hochzeitsnacht tötet Lucia ihren Ehemann und kehrt zur Festgesellschaft zurück – das Kleid blutverschmiert, ein Dolch in der Hand, dem Wahnsinn nahe.


Der schauerlich-schöne Gesang Lucias in ihrer Wahnsinnsarie, in Coburg begleitet von den beinahe überirdischen Klängen einer Glasharmonika, gehört zweifellos zu den berühmtesten und berührendsten Momenten dieser Oper. Sie wirft die Frage auf, wer hier eigentlich den Verstand verloren hat: die verratene und verkaufte Lucia oder die skrupellose, verlogene Gesellschaft um sie herum? Jenseits zeittypischer Koloraturartistik zeichnet Gaetano Donizetti (1797-1848) in „Lucia di Lammermoor“ das zutiefst menschliche Porträt einer starken, verzweifelten Frau, die zum Spielball ihres hassverblendeten Bruders wird und an der Unmöglichkeit ihrer Liebe zu Edgardo zerbricht.


Ursprünglich in der Regie von Joan Anton Recchi in der Spielzeit 2019/20 geplant, holt das Landestheater nun die durch die Corona-Pandemie verschobene Produktion nach. Bernhard F. Loges, der zuletzt die Opern „The Rake's Progress“ und „Der goldene Hahn“ inszenierte, wird „Lucia di Lammermoor“ nach seinem eigenen Regiekonzept in Szene setzen und das Werk als ein zutiefst menschlich-tragisches Kammerspiel und packendes Psychogramm Lucias interpretieren.


Einführung
Eine halbe Stunde vor Vorstellungsbeginn findet im Brücknersalon des Landestheaters eine 15-minütige Werkeinführung durch unseren Dramaturgen André Sievers statt. Der Eintritt ist frei.

Besetzung

Musikalische Leitung Johannes Braun
Regie: Bernhard F. Loges
Chorleitung: Mikko Sidoroff, Alice Lapasin Zorzit
Bühne: Gabriel Insignares, Sandra Münchow
Kostüm: Sandra Münchow
Lichtregie: Thilo Schneider
Dramaturgie: Dorothee Harpain, André Sievers

Chor des Landestheaters Coburg
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg
Glasharmonika:
Martin Hilmer 

In weiteren Rollen:

Sascha Mai als Lord Arturo Buklaw
Saskia Fruntke/Jana Steiner als Eine junge Frau

Presse

"Konsequent konzentriert sich Loges in auf das Innenleben der Figuren. Denn im Kern ist dieses Thema noch immer aktuell – in manchen Ländern geradezu erschreckend aktuell. Eine liebende Frau, die gegen ihren Willen in eine Ehe mit einem ungeliebten Mann getrieben wird – das ist mitnichten eine Geschichte aus längst vergangenen Tagen."

"Die Regie kann sich stets auf die Stilsicherheit und Sorgfalt des Dirigenten verlassen. Coburgs 1. Kapellmeister Johannes Braun entfaltet den Melodien- und Ausdrucksreichtum der Partitur mit großer Intensität des Ausdrucks. Mit umsichtigem Dirigat beflügelt er das Philharmonische Orchester zu spannungsvollem, klanglich stets ausgewogenem Musizieren..."

"Dimitra Kotidou gestaltete sie [die Wahnsinnsarie] mit makelloser Stimmführung als eine Szene, deren äußere Virtuosität kein Selbstzweck, sondern Mittel des Ausdrucks ist. Dimitra Kotidous Verkörperung der Lucia trägt entscheidend dazu bei, diesen Premieren-Abend zum Ereignis werden zu lassen. [...] Das Solisten-Ensemble überzeugt durchweg auf hohem Niveau – allen voran Jaeil Kim als Lucias heimlicher Geliebter Edgardo. Kim setzt seinen lyrischen Tenor mit großer Intensität des Ausdrucks ein, ohne dabei je forcieren zu müssen."

Coburger Tageblatt, 22. Januar 2023

"Aus dem Schimmer der Glasharmonika (Martin Hilmer) singt Dimitra Kotidou sich ebenfalls mit großer Leidenschaft in Szene mit nuanciertem Sopran, immer präsent mit dem Augenmerk auf die Spitzentöne. Ihren Auserwählten Edgardo zelebriert würdevoll Jaeil Kim mit zwischen lyrisch und dramatisch pendelndem Tenor."

Neue Presse Coburg, 22. Januar 2023