Goldzombies

Uraufführung

Klassenzimmerstück von Marisa Wendt

Als „Lissi von der Front, live und mit Farbe, Schwämmchen und Pinsel“ stellt die sechzehnjährige Lissi auf ihrem YouTube-Channel ihre Tutorials mit Make-up-Tipps ein und lässt ihre Follower an ihrem Leben Anteil haben. Bald wird klar, dass ihre Lebenssituation sich trotz erster Liebe und anderen Erfahrungen, die sie mit Gleichaltrigen an anderen Orten der Welt teilt, doch existentiell von deren Situation unterscheidet. Das fängt schon bei den Utensilien in ihrem Schminkkoffer an: Margarine, Asche und Muskatnuss kommen zum Einsatz, denn im Kriegsgebiet ist Improvisation angesagt. Noch schlimmer sind Stromausfälle oder Bombendrohungen, die mitunter die Aufnahmen unterbrechen. Selbst als die Bombenangriffe heftiger werden und Lissi immer öfter den Verlust von geliebten Menschen befürchten muss, obsiegt ihr fast schon trotziger Optimismus, sie bleibt online und überschminkt ihre Wunden, so gut es eben geht.


In ihrem Monolog „Goldzombies“ erzählt die junge Autorin Marisa Wendt (Jahrgang 1984) vom Leben in einer eigentlich unmenschlichen Situation. Mitten in einem Kriegsgebiet versucht Lissi sich ihre Würde und ihre Lebensgeister zu bewahren. Ohne dass der Ort des Geschehens konkret benannt wird, drängen sich Bilder zerbombter syrischer Städte auf. „Niemand kann Angst haben die ganze Zeit“, so lapidar lässt sich der Versuch trotz ständiger Bedrohung eine gewisse Normalität aufrechtzuerhalten beschreiben. Und Lissi bringt all ihren Witz und Mut auf, um nicht als Untote durch ihr eigenes Leben zu geistern. Marisa Wendt wurde für diesen Text bereits mit dem „Jugendtheaterpreis Baden-Württemberg 2018“ ausgezeichnet.


Das Klassenzimmerstück kann über die Theaterpädagogin Christin Schmidt gebucht werden: christin.schmidt@landestheater.coburg.de | 09561 89 89 97


GOLDZOMBIES von Marisa Wendt ist auch als eBook erschienen. Über die Website www.textbuehne.eu können Sie das Theaterstück in diversen Online-Shops bestellen.

Besetzung

Inszenierung Marten Straßenberg
Theaterpädagogik / Dramaturgie Christin Schmidt

Lissi Solvejg Schomers

 

Presse

„Regisseur Marten Straßenberg ist es nicht nur gelungen, Solvejg Schomers durch dieses darstellerische Minenfeld zu geleiten, in dem hinter Spaß und Lebensfreude das Entsetzen des Krieges umso intensiver aufscheint. Der äußere Rahmen sorgt zusätzlich für Spannung: Wir sehen Lissi am Tisch vor ihrer Kamera und dahinter die große Projektion von Lissi in all ihrer Emotionalität. Und dahinter ist eine weitere Ebene.“
Coburger Tageblatt, 18. Januar 2019

„Diese eine Stunde mit Lissi hilft uns besser zu verstehen und nachzufühlen, was Krieg bedeutet, als es Nachrichten und Reportagen können. [...] Solvejg Schomers gibt der Bloggerin Lissi eine Präsenz und Ausstrahlung, die tief berührt. Eine „ganz normale“ junge Frau setzt sich da temperamentvoll und ein bisschen überspannt in Szene, die eben nicht nur mit dem krieg aufgewachsen ist, sondern auch mit social media und der Kunst der Selbstdarstellung.“
Neue Presse, 18. Januar 2019