Das Gesetz der Schwerkraft

Deutschsprachige Erstaufführung

Schauspiel von Olivier Sylvestre | Deutsche Übersetzung von Sonja Finck
Das Centre des auteurs dramatiques (CEAD) und der Conseil des arts et des lettres du Québec (CALQ) förderten diese Übersetzung.

Achtung: Die Vorstellung vom 20. Januar wurde auf den 19. Januar verlegt (Beginn: 19:00 Uhr)

Eine Brücke weist den Weg: fort aus der engen Vorderstadt auf die andere Seite des Flusses in eine utopische Stadt, die die Erfüllung aller Wünsche verheißt. Den Mut, die Brücke zu überschreiten, müssen Dom und Fred erst entwickeln. Die beiden 14-jährigen Jugendlichen stecken mitten in einer schwierigen Phase. Dom wurde als Mädchen geboren, kleidet sich aber lieber als Junge und lehnt die gängigen Geschlechterzuschreibungen ab. Fred ist neu in der Stadt und will einfach nur als ein ganz ‚normaler' Junge in der Schule akzeptiert werden und Freunde finden. Dom und Fred schließen Freundschaft, ein verwahrloster Platz auf den Klippen ist ihr Treffpunkt. Dort wollen sie auch starten, wenn der Tag gekommen ist, die Brücke Richtung Stadt zu überqueren. Bis es soweit ist, haben die beiden einige Hürden zu überwinden und ihre Freundschaft wird großen Belastungen ausgesetzt.

Der kanadische Autor und Übersetzer Olivier Sylvestre (Jahrgang 1982) hat mit „Das Gesetz der Schwerkraft" ein berührendes Stück über zwei junge Menschen geschrieben, die es trotz Diskriminierung und Ausgrenzung schaffen in einer heteronormativ geprägten Gesellschaft ihren Weg zu finden. Ohne plakative Zuschreibungen verhandelt der Autor mit Humor und Einfühlungsvermögen Themen wie ‚Freundschaft' und ‚Selbstfindung' aus der Perspektive Jugendlicher. Die Begriffe ‚schwul' oder ‚Transgender' werden im Stück nie genannt, sind jedoch stets präsent. „La Loi de la gravité" wurde 2017 uraufgeführt, im selben Jahr ins Deutsche übertragen und erstmals beim Festival Primeurs in Saarbrücken einem deutschsprachigen Publikum vorgestellt.

Besetzung

Inszenierung Camille Hafner (Studierende der Theaterakademie August Everding)
Bühne und Kostüme Marisa Nuxoll, Janosch Dahabi (Studierende der Hochschule Coburg)
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Dom Friederike Pasch
Fred Valentin Kleinschmidt

 

Presse

„Die kurze Geschichte der Begegnung von Dom und Fred ist eben kein Sozial- oder gar Psychodrama zu Coming-out und Geschlechterbestimmung. Sie ist eine sehr humorvolle, spannende Szenenfolge über die Menschwerdung, hinreißend gespielt, authentisch, ohne vordergründige Jugend-Attitüde, aber in witziger Spiegelung heutigen Jugendverhaltens: Von Friederike Pasch als Mädchen, das kein Mädchen ist, aber auch kein Junge, und Valentin Kleinschmidt als der Junge, der nichts als „ein Junge“ sein will, aber ein paar Sensorien zu viel hat für die schlichte Einordnung.“
Coburger Tageblatt, 21. Januar 2019

„Für die deutschsprachige Erstaufführung in der Coburger Reithalle hat die junge Regisseurin Camille Hafner, die an der Münchner Theaterakademie August Everding studiert, eine so lebendige wie poetische Bildsprache gefunden, die bei der Premiere am Freitag Publikum aus allen Generationen begeisterte.“
Neue Presse, 21. Januar 2019