Stück im Bus von Suzanne van Lohuizen für Menschen ab 10 Jahren
Tut uns leid, liebe Mädchen. Hier kommt jetzt kein Text über den Jungen, der euch morgens im Bus immer so süß anlächelt und euch einfach nicht anspricht. Und liebe Jungs, wir schreiben jetzt auch nicht über euch, die sich immer zu dritt auf einen Doppelsitz quetschen und über Mädchen lästern. Wir sprechen über einen ganz besonderen Jungen, wir sprechen über einen Jungen, der im Bus wohnt. Er hat einen ganzen Bus für sich alleine. Den hat ihm seine Mutter geschenkt. Und dann ist sie abgehauen. Einfach so.
Darüber ist Richard traurig und krank geworden, sodass nun manche meinen, Richard ist nicht mehr ganz richtig im Kopf. Das kann passieren. Schneller als man denkt. Und so gibt es in Richards Bus nicht nur das zu erleben, was tatsächlich passiert, sondern auch das, was nur in seinem Kopf passiert und was alle anderen gar nicht sehen können. Vor allem seine Mutter taucht immer wieder auf. Die Mutter, mit der er ja viel zu selten reden konnte, und die er nun um Hilfe bittet. Und was macht diese Frau? Will Richard erziehen und haut ab.
Ja, Richard ist krank. Und damit ihr merkt, wie viel sich Gesunde und Kranke eigentlich zu erzählen haben, solltet ihr den Jungen im Bus unbedingt besuchen. Da trefft ihr dann auch Karolien, die Richards Bus durch die Gegend kutschiert und auf Richard aufpasst. Sie findet zwar auch, dass Richard ein wenig anders als andere ist, behandelt ihn aber wie einen ganz normalen Jungen. Nämlich wie einen, der sich im Schulbus mit zwei Kumpels auf einen Doppelsitz quetscht ...
"Der Junge im Bus, der seinen eigenen Namen nicht über die Lippen bringt, will seine Geschichte erzählen, um sich irgendwann von ihr zu befreien - und Mathias Renneisen verkörpert diese verzweifelte Traumabewältigung mit vollem Körpereinsatz und verzweifelter Intensität.Er turnt und tollt und tobt durch den Bus, der sein Schutzraum ist und sein Käfig zugleich, gefangen in der Endlosschleife seiner Ängste, Schuldgefühle, Zwangsgedanken und Erinnerungen."