Monumentales Meisterwerk

Dvořáks Cello-Konzert zum Abschluss der Konzertsaison | Freiverkaufskonzert: Samstag, 10. Juni 2017
Die Geschmäcker sind bekanntlich verschieden – das gilt auch fürs Musikhören: Beim Klang mancher Instrumente schmilzt man förmlich dahin, andere wiederum kann man einfach nicht ertragen. Auch Komponisten sind da nicht vorurteilsfrei: Antonín Dvořák beispielsweise hatte lange Zeit Vorbehalte gegenüber dem Cello. „Als ein Soloinstrument ist es nicht sehr geeignet", so befand er. „Sein mittleres Klangregister ist fein – das ist wahr – aber in den Höhen quietscht es und in den Tiefen knurrt es." Zum Glück änderte er später seine Meinung und schenkte dem Instrument mit dem Cellokonzert h-Moll op. 104 ein monumentales Meisterwerk. Entstanden ist es in den Jahren 1894 und 1895, als Dvořák noch im (freiwilligen) amerikanischen Exil weilte: Bereits im September 1892 hatte der Komponist die Direktorenstelle am New Yorker National Conservatory of Music angetreten – ein Job, der hohes Ansehen versprach und mit einem Gehalt von jährlich 15.000 Dollar für damalige Verhältnisse überaus gut dotiert war. Einen Wermutstropfen hatte das Ganze allerdings: Seine Frau, seine Tochter Otilie und sein Sohn Antonín konnten ihn zwar nach New York begleiten, die anderen vier Kinder der Familie jedoch mussten zurückbleiben und wurden im heimatlichen Prag in Obhut gegeben – ein Umstand, der den Komponisten mit fortwährender Sorge erfüllte. Der sehnliche Wunsch, in die böhmische Heimat zurückzukehren, ist in die Noten des Cellokonzerts mit eingeflossen: unverkennbar der markante böhmische Tonfall, der die drei Sätze des Konzertes prägt.

Im 7. Sinfoniekonzert wird Dvořáks Cellokonzert, das in seiner Virtuosität höchste Ansprüche an den Solisten stellt, von Norbert Anger, Konzertmeister der Sächsischen Staatskapelle Dresden und Solocellist im Bayreuther Festspielorchester, interpretiert. Neben dem regulären Abonnementkonzert wird das Programm, ergänzt durch Gerhard Deutschmanns Scherzo für Orchester und Bartóks Konzert für Orchester Sz 116, auch im Freiverkauf zu hören sein – Tickets für den Konzertabend am Samstag, 10. Juni 2017, 20.00 Uhr im Großen Haus sind an der Theaterkasse, den Vorverkaufsstellen des Landestheaters und im Online-Verkauf über den Spielplan der Landestheater-Homepage erhältlich.