Literatur in den Häusern unserer Stadt

Im Rahmen des Festivals "Coburg liest!"

Wenn das traute Heim zur Lesebühne wird, dann ist wieder „Literatur in den Häusern unserer Stadt" angesagt. Alle Jahre wieder machen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler des Landestheater-Ensembles auf den Weg in die Stadt, um im gemütlichen Ambiente privater Wohn- und Studierzimmer Literarisches jeglicher Couleur zu Gehör zu bringen.

Elf Lesungen stehen in diesem Jahr zur Wahl:

John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken | Aus dem Englischen von Sophie Zeitz © 2017 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München | Es liest Eva Marianne Berger

Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sorgen und Ängste beherrschen zwanghaft ihre Gedankenwelt. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.
„Der US-Autor schreibt zwar über und für Jugendliche, das aber in einem Stil, der auch für Erwachsene mehr als nur erträglich ist, ja, sich sogar richtig gut liest." Mirjam Marits in Die Presse vom 10.12.17

Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten | Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein © 1978 Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt | Es liest Benjamin Hübner

Eine Motorradreise durch den Nordwesten der Vereinigten Staaten. Eingebunden sind Erinnerungen des Ich-Erzählers an eine problematische gemeinsame Motorradreise mit seinem Sohn. Als Autobiographie enthält es Erinnerungen des Autors an sich selbst und an sein früheres Denken. „Dieses Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. (...) Und auch etwas Größeres als bloße Freiheit. Es setzt ein positives Ziel, auf das man hinarbeiten kann, das einen aber nicht einengt." Robert M. Pirsig
Robert M. Pirsig, geboren 1928 in Minneapolis, studierte an der University of Minnesota Chemie, Philosophie und Journalismus und schließlich auch östliche Philosophie an der Hindu-Universität in Benares. Sein 1974 erschienener Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" wurde ein internationaler Bestseller und gilt heute als Klassiker. Der Autor erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1979 den American Academy and Institut of Arts and Letter Award. Pirsig verstarb 2017 im Alter von 88 Jahren in Maine, USA.
„Im Mittelpunkt des großen Abenteuers steht die Suche eines Mannes nach sich selbst: eine philosophische Easy-Rider-Ballade." (Stern)

Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt | Aus dem Amerikanischem von Dorothee Böhm © 2000 Hoffmann und Campe, Hamburg | Es lesen Thomas Straus und Niklaus Scheibli

„Adressat unbekannt", der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, ist ein Roman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache.
„Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen", schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. „Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt ... Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. Adressat unbekannt sollte Schullektüre werden."

Ingo Schulze: Peter Holtz: Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst | © 2017 S. Fischer, Frankfurt | Es liest Kerstin Hänel

Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort. Mit Witz und Poesie lässt Ingo Schulze eine Figur erstehen, wie es sie noch nicht gab, wie wir sie aber heute brauchen: in Zeiten, in denen die Welt sich auf den Kopf stellt.

Hendrik Otremba: Über uns der Schaum | © 2017 Verbrecher Verlag, Berlin | Es liest Thomas Kaschel

Der drogenabhängige Detektiv Joseph Weynberg trauert um seine Liebe – Hedy. Sie ist tot. Er bekommt den Auftrag, eine Frau namens Maude Anandin zu beschatten. Diese Femme Fatale ähnelt Hedy wie ein Klon. Weynberg entwickelt eine Obsession für Maude, die in Schwierigkeiten steckt und in ihrem exzessiven Leben dem Tod immer näher kommt. Menschen sterben, Weynberg ist unbeabsichtigt in diese Tode verstrickt. Maude und Weynberg müssen aus ihrer namenlosen Heimatstadt fliehen, die sie noch nie zuvor verlassen haben. Sie wollen nach Neu-Qingdao, einer Stadt weit im Osten, von der sie sich Zuflucht und Perspektive versprechen. In von Menschen verlassenen Gegenden finden sie Schönheit, stolpern in surreale Szenarien, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Die Flucht fordert ihren Tribut. Sie werden schwächer, ihre Lage hoffnungsloser, schließlich aber erreichen sie mit letzter Kraft die verheißungsvolle Stadt. Doch ihre Verfolger sind ihnen auf den Fersen ...
Hendrik Otremba, Sänger der Postpunk-Band „Messer", erzählt in seinem Debütroman die Geschichte zweier verlorener Menschen, die in einer düsteren Zeit ums Überleben kämpfen müssen. Der Regen ist sauer, die Gesellschaft verroht – bei genauerem Blick wird klar: diese Welt ist unserer Gegenwart gefährlich nah.
„Kann Spuren von Schüssen enthalten." (taz)

Stig Dagerman: Spiele der Nacht | Es liest Nils Liebscher

Die Novellensammlung „Spiele der Nacht" des schwedischen Erzählers und Dramatikers Stig Dagerman gliedert sich in zwei Teile: Realistische Erzählungen nach dem Vorbild der US-amerikanischen Kurzgeschichte und alptraumhafte Allegorien, die an Franz Kafka erinnern. Der Titel dieser Erzählungssammlung bezieht sich auf jene pathologischen ‚Spiele der Nacht', deren sich die Menschen als letzten Ausweg bedienen, um aus ihrer Einsamkeit heraus mit anderen in Kontakt zu treten. Das Ergebnis dieser Spiele ist jedoch meist negativ: In der Erzählung „Öffne die Tür, Richard" beispielsweise schließt sich eine Frau ein, um auf diese Weise mehr Beachtung von ihrem Mann zu finden; doch gerade das Gegenteil tritt ein, die Frau hat durch ihr »Spiel« ihre Einsamkeit, ihre Isolation nur verstärkt.

Hermann Hesse: Siddhartha. Eine indische Dichtung | © 1969 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Valentin Kleinschmidt

1922 veröffentlicht Hermann Hesse „Siddhartha. Eine indische Dichtung", eine literarische Kritik an den missionarischen Ambitionen seiner Vorfahren. Die beiden jungen Männer Siddhartha und sein Freund Govinda treffen auf der Suche nach Erleuchtung den Buddha Gautama. Während Govinda beschließt, bei Gautama zu bleiben, um mit seiner Hilfe weiterzukommen, erkennt Siddhartha, dass es keine Lehre gibt, dass er Erleuchtung nur erlangen kann, indem er lebt und Erfahrung sammelt. Das tut er - er stürzt sich in ein Leben voll Sinnesfreuden und Luxus, bis ihm bewusst wird, dass er den falschen Weg geht. Er lässt sein genussreiches Leben hinter sich und trifft Govinda wieder. Schließlich führt seine Wanderung ihn mit seinem Sohn zusammen, den er nun glaubt, erziehen zu müssen. Dass ‚Erziehung' das falsche Mittel ist, sieht er zu spät.
„Siddhartha", 1953 im Suhrkamp Verlag erstmals erschienen und für Generationen zu einem Kultbuch geworden, ist die Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus den familiären und gesellschaftlichen Konventionen zu einem eigenständigen Leben, ein Buch über die Erkenntnis, dass Bewusstsein nicht überlieferbar ist durch Lehren, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. In diesem Text sucht Hesse zu ergründen, »was allen Konfessionen und allen menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem Einzelnen geglaubt werden kann«.

Wenedikt Jerofejew: Die Reise nach Petuschki | © 1987 Piper Verlag GmbH, München | Es liest Alexandra Weis

Petuschki -  das ist eine kleine Stadt nordwestlich von Moskau an der Strecke Moskau -Vladimir. Berühmt und berüchtigt wurde sie durch das Poem Die Reise nach Petuschki des Dichters Wenedikt Jerofejew.
Es ist ein delirierender Monolog eines russischen Arbeiters und Alkoholikers auf einer Zugreise von Moskau nach Petuschki. Der Autor, der sich lebenslang mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten musste, verewigt in diesem Prosa-Gedicht sich selbst und seinen Alkoholismus. Der Protagonist mit Namen Wenedikt Jerofejew, oder auch Wenitschka genannt, steigt schon am Morgen betrunken mit einem Koffer voller alkoholischer Getränke und ein paar Geschenken für die Geliebte und das Söhnchen in Petuschki am Kursker Bahnhof in Moskau in den Zug.
Diese Reise ist eine satirische Betrachtung des Sowjetsystems, der europäischen und russischen Literatur und deren Vertreter von Goethe über Puschkin bis zu Tschechow und Turgenjew. Jerofejew spielt auch auf Stalin und den Gulag an sowie die Unerreichbarkeit des sozialistischen Paradieses in Gestalt des Dorfs Petuschki.
»Ich habe noch nie ein lustigeres und nie ein traurigeres Buch gelesen.« (Die Welt)

Wolfgang Herrndorf: Sand | © 2011 Rowohlt Berlin | Es liest Frederik Leberle

„Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goss den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten."
Mit „Sand", seinem letzten vollständigen Roman, gewann der 2013 verstorbene Bestsellerautor, Maler und Illustrator Wolfgang Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse und gelangte noch im selben Jahr auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.
Irgendwo zwischen Existenzialismus, Spionage- und, wie er selbst sagt, „Trottelroman", erzählt Herrndorf die Geschichte unseres Protagonisten Carl, der durch eine Reihe von Verwechslungen und eine unglückliche Begegnung mit dem Schlagstock eines schwedischen Geheimagenten sein Gedächtnis verliert ...
Lesen wird diesen Roman der Schauspieler und Regisseur Frederik Leberle, der in der Spielzeit 2014/2015 mit „Tschick" sein Regiedebüt gab, einer Inszenierung, die mit großem Erfolg über mehrere Spielzeiten am Landestheater lief.
„In „Sand" sieht man, was für ein großartiger, lapidar-berührender Autor er ist. Es ist ein lächelnder, freundlicher, sehr sympathischer Nihilismus, der aus Wolfgang Herrndorfs Sätzen spricht." (Frankfurter Rundschau)

Mario Vargas Llosa: Die Stadt und die Hunde | Aus dem Spanischen von Wolfgang A. Luchting © 1980 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Solvejg Schomers

Lima, Peru. An der Militärschule Leoncio Prado sollen junge Kadetten zu Soldaten erzogen werden. Die Rekruten nehmen sich die Verhaltensweisen ihrer Vorgesetzten zum Vorbild und erschaffen eine gnadenlose Hackordnung untereinander. In brutalen und erniedrigenden Aufnahmeriten unterdrücken die Älteren die Jüngeren, die Stärkeren die vermeintlich Schwächeren. Wer nicht mitspielt, wird gedemütigt. Bis ein Ereignis das Gefüge ins Wanken bringt ... 
Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman „Die Stadt und die Hunde" erschien. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur.
„Die Stadt und die Hunde" ist eine kritische Durchleuchtung der peruanischen Gesellschaft, eine leidenschaftliche Prüfung ihrer Widersprüche, ihrer Heucheleien, ihrer falschen Mythen und Konfusionen.

Josef Bierbichler: Mittelreich | © 2011 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Stephan Mertl

1914. Im Ersten Weltkrieg durchschlägt eine Kugel erst den Stahlhelm, dann den Schädel des ältesten Sohnes des Seewirts in Seedorf. Wohl oder übel muss nun sein jüngerer Bruder Pankraz Hof und Wirtschaft übernehmen, der zwar auch den zweiten großen Krieg überlebt, allerdings eigentlich doch lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden wäre ...
Der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Josef Bierbichler wurde 1948 am Starnberger See geboren. Seit Anfang der siebziger Jahre ist er als Theaterschauspieler auf allen großen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsent. Mit seinem 2013 erschienenen Debütroman „Mittelreich" nutzt Bierbichler nun seine eigene Familiengeschichte als Grundlage für ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand und über die vermeintlich fetten Jahre. Der Film „Zwei Herren im Anzug", an Mittelreich orientiert und von Bierbichler persönlich inszeniert, ist seit dem 22. März 2018 in den Kinos zu sehen.
»Bierbichler schreibt wie ein angeschlagener Boxer, der wild nach vorn drängt. Ungeschützt, wüst, toll.« (Stern)
Trennlinie durchgehend
Zum gemeinsamen Ausklang und zum Austausch über das Erlebte steht ab 20.30 Uhr der Große Saal im Münchner Hofbräu (Johannisgasse 8) zur Verfügung. Im geselligen Zusammensein bei Bier, Wein und anderen Getränken können die Zuhörer mit den Künstlern und Veranstaltern ins Gespräch kommen.
Trennlinie durchgehend
Beginn: 19.30 Uhr
Einlass: 18.30 Uhr

Eintritt: 7 EUR
Schüler/Studenten: 5 EUR

Der Vorverkauf zu „Literatur in den Häusern unserer Stadt" startet am Mittwoch, 28. März 2018 (Vorverkauf nur an der Kasse des Landestheaters). Beim Kartenkauf wird dann auch der Leseort bekannt gegeben.

Es lesen
Schauspielerinnen und Schauspieler des Landestheaters Coburg

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    Elf Lesungen stehen in diesem Jahr zur Wahl:

    John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken | Aus dem Englischen von Sophie Zeitz © 2017 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München | Es liest Eva Marianne Berger

    Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sorgen und Ängste beherrschen zwanghaft ihre Gedankenwelt. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.
    „Der US-Autor schreibt zwar über und für Jugendliche, das aber in einem Stil, der auch für Erwachsene mehr als nur erträglich ist, ja, sich sogar richtig gut liest." Mirjam Marits in Die Presse vom 10.12.17

    Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten | Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein © 1978 Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt | Es liest Benjamin Hübner

    Eine Motorradreise durch den Nordwesten der Vereinigten Staaten. Eingebunden sind Erinnerungen des Ich-Erzählers an eine problematische gemeinsame Motorradreise mit seinem Sohn. Als Autobiographie enthält es Erinnerungen des Autors an sich selbst und an sein früheres Denken. „Dieses Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. (...) Und auch etwas Größeres als bloße Freiheit. Es setzt ein positives Ziel, auf das man hinarbeiten kann, das einen aber nicht einengt." Robert M. Pirsig
    Robert M. Pirsig, geboren 1928 in Minneapolis, studierte an der University of Minnesota Chemie, Philosophie und Journalismus und schließlich auch östliche Philosophie an der Hindu-Universität in Benares. Sein 1974 erschienener Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" wurde ein internationaler Bestseller und gilt heute als Klassiker. Der Autor erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1979 den American Academy and Institut of Arts and Letter Award. Pirsig verstarb 2017 im Alter von 88 Jahren in Maine, USA.
    „Im Mittelpunkt des großen Abenteuers steht die Suche eines Mannes nach sich selbst: eine philosophische Easy-Rider-Ballade." (Stern)

    Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt | Aus dem Amerikanischem von Dorothee Böhm © 2000 Hoffmann und Campe, Hamburg | Es lesen Thomas Straus und Niklaus Scheibli

    „Adressat unbekannt", der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, ist ein Roman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache.
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    Ingo Schulze: Peter Holtz: Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst | © 2017 S. Fischer, Frankfurt | Es liest Kerstin Hänel

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    Hendrik Otremba: Über uns der Schaum | © 2017 Verbrecher Verlag, Berlin | Es liest Thomas Kaschel

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    Hendrik Otremba, Sänger der Postpunk-Band „Messer", erzählt in seinem Debütroman die Geschichte zweier verlorener Menschen, die in einer düsteren Zeit ums Überleben kämpfen müssen. Der Regen ist sauer, die Gesellschaft verroht – bei genauerem Blick wird klar: diese Welt ist unserer Gegenwart gefährlich nah.
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    1922 veröffentlicht Hermann Hesse „Siddhartha. Eine indische Dichtung", eine literarische Kritik an den missionarischen Ambitionen seiner Vorfahren. Die beiden jungen Männer Siddhartha und sein Freund Govinda treffen auf der Suche nach Erleuchtung den Buddha Gautama. Während Govinda beschließt, bei Gautama zu bleiben, um mit seiner Hilfe weiterzukommen, erkennt Siddhartha, dass es keine Lehre gibt, dass er Erleuchtung nur erlangen kann, indem er lebt und Erfahrung sammelt. Das tut er - er stürzt sich in ein Leben voll Sinnesfreuden und Luxus, bis ihm bewusst wird, dass er den falschen Weg geht. Er lässt sein genussreiches Leben hinter sich und trifft Govinda wieder. Schließlich führt seine Wanderung ihn mit seinem Sohn zusammen, den er nun glaubt, erziehen zu müssen. Dass ‚Erziehung' das falsche Mittel ist, sieht er zu spät.
    „Siddhartha", 1953 im Suhrkamp Verlag erstmals erschienen und für Generationen zu einem Kultbuch geworden, ist die Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus den familiären und gesellschaftlichen Konventionen zu einem eigenständigen Leben, ein Buch über die Erkenntnis, dass Bewusstsein nicht überlieferbar ist durch Lehren, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. In diesem Text sucht Hesse zu ergründen, »was allen Konfessionen und allen menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem Einzelnen geglaubt werden kann«.

    Wenedikt Jerofejew: Die Reise nach Petuschki | © 1987 Piper Verlag GmbH, München | Es liest Alexandra Weis

    Petuschki -  das ist eine kleine Stadt nordwestlich von Moskau an der Strecke Moskau -Vladimir. Berühmt und berüchtigt wurde sie durch das Poem Die Reise nach Petuschki des Dichters Wenedikt Jerofejew.
    Es ist ein delirierender Monolog eines russischen Arbeiters und Alkoholikers auf einer Zugreise von Moskau nach Petuschki. Der Autor, der sich lebenslang mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten musste, verewigt in diesem Prosa-Gedicht sich selbst und seinen Alkoholismus. Der Protagonist mit Namen Wenedikt Jerofejew, oder auch Wenitschka genannt, steigt schon am Morgen betrunken mit einem Koffer voller alkoholischer Getränke und ein paar Geschenken für die Geliebte und das Söhnchen in Petuschki am Kursker Bahnhof in Moskau in den Zug.
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    Wolfgang Herrndorf: Sand | © 2011 Rowohlt Berlin | Es liest Frederik Leberle

    „Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goss den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten."
    Mit „Sand", seinem letzten vollständigen Roman, gewann der 2013 verstorbene Bestsellerautor, Maler und Illustrator Wolfgang Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse und gelangte noch im selben Jahr auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.
    Irgendwo zwischen Existenzialismus, Spionage- und, wie er selbst sagt, „Trottelroman", erzählt Herrndorf die Geschichte unseres Protagonisten Carl, der durch eine Reihe von Verwechslungen und eine unglückliche Begegnung mit dem Schlagstock eines schwedischen Geheimagenten sein Gedächtnis verliert ...
    Lesen wird diesen Roman der Schauspieler und Regisseur Frederik Leberle, der in der Spielzeit 2014/2015 mit „Tschick" sein Regiedebüt gab, einer Inszenierung, die mit großem Erfolg über mehrere Spielzeiten am Landestheater lief.
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    Mario Vargas Llosa: Die Stadt und die Hunde | Aus dem Spanischen von Wolfgang A. Luchting © 1980 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Solvejg Schomers

    Lima, Peru. An der Militärschule Leoncio Prado sollen junge Kadetten zu Soldaten erzogen werden. Die Rekruten nehmen sich die Verhaltensweisen ihrer Vorgesetzten zum Vorbild und erschaffen eine gnadenlose Hackordnung untereinander. In brutalen und erniedrigenden Aufnahmeriten unterdrücken die Älteren die Jüngeren, die Stärkeren die vermeintlich Schwächeren. Wer nicht mitspielt, wird gedemütigt. Bis ein Ereignis das Gefüge ins Wanken bringt ... 
    Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman „Die Stadt und die Hunde" erschien. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur.
    „Die Stadt und die Hunde" ist eine kritische Durchleuchtung der peruanischen Gesellschaft, eine leidenschaftliche Prüfung ihrer Widersprüche, ihrer Heucheleien, ihrer falschen Mythen und Konfusionen.

    Josef Bierbichler: Mittelreich | © 2011 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Stephan Mertl

    1914. Im Ersten Weltkrieg durchschlägt eine Kugel erst den Stahlhelm, dann den Schädel des ältesten Sohnes des Seewirts in Seedorf. Wohl oder übel muss nun sein jüngerer Bruder Pankraz Hof und Wirtschaft übernehmen, der zwar auch den zweiten großen Krieg überlebt, allerdings eigentlich doch lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden wäre ...
    Der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Josef Bierbichler wurde 1948 am Starnberger See geboren. Seit Anfang der siebziger Jahre ist er als Theaterschauspieler auf allen großen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsent. Mit seinem 2013 erschienenen Debütroman „Mittelreich" nutzt Bierbichler nun seine eigene Familiengeschichte als Grundlage für ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand und über die vermeintlich fetten Jahre. Der Film „Zwei Herren im Anzug", an Mittelreich orientiert und von Bierbichler persönlich inszeniert, ist seit dem 22. März 2018 in den Kinos zu sehen.
    »Bierbichler schreibt wie ein angeschlagener Boxer, der wild nach vorn drängt. Ungeschützt, wüst, toll.« (Stern)
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    Zum gemeinsamen Ausklang und zum Austausch über das Erlebte steht ab 20.30 Uhr der Große Saal im Münchner Hofbräu (Johannisgasse 8) zur Verfügung. Im geselligen Zusammensein bei Bier, Wein und anderen Getränken können die Zuhörer mit den Künstlern und Veranstaltern ins Gespräch kommen.
    Trennlinie durchgehend
    Beginn: 19.30 Uhr
    Einlass: 18.30 Uhr

    Eintritt: 7 EUR
    Schüler/Studenten: 5 EUR

    Der Vorverkauf zu „Literatur in den Häusern unserer Stadt" startet am Mittwoch, 28. März 2018 (Vorverkauf nur an der Kasse des Landestheaters). Beim Kartenkauf wird dann auch der Leseort bekannt gegeben.

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    Wenn das traute Heim zur Lesebühne wird, dann ist wieder „Literatur in den Häusern unserer Stadt" angesagt. Alle Jahre wieder machen sich die Schauspielerinnen und Schauspieler des Landestheater-Ensembles auf den Weg in die Stadt, um im gemütlichen Ambiente privater Wohn- und Studierzimmer Literarisches jeglicher Couleur zu Gehör zu bringen.

    Elf Lesungen stehen in diesem Jahr zur Wahl:

    John Green: Schlaft gut, ihr fiesen Gedanken | Aus dem Englischen von Sophie Zeitz © 2017 Carl Hanser Verlag GmbH & Co. KG, München | Es liest Eva Marianne Berger

    Die 16-jährige Aza Holmes hatte ganz sicher nicht vor, sich an der Suche nach dem verschwundenen Milliardär Russell Pickett zu beteiligen. Sorgen und Ängste beherrschen zwanghaft ihre Gedankenwelt. Doch als eine Hunderttausend-Dollar-Belohnung auf dem Spiel steht und ihre furchtlose beste Freundin Daisy es kaum erwarten kann, das Geheimnis um Pickett aufzuklären, macht Aza mit. Sie versucht Mut zu beweisen und überwindet durch Daisy nicht nur kleine Hindernisse, sondern auch große Gegensätze, die sie von anderen Menschen trennen. Für Aza wird es ein großes Abenteuer und eine Reise ins Zentrum ihrer Gedankenspirale, der sie zu entkommen versucht.
    „Der US-Autor schreibt zwar über und für Jugendliche, das aber in einem Stil, der auch für Erwachsene mehr als nur erträglich ist, ja, sich sogar richtig gut liest." Mirjam Marits in Die Presse vom 10.12.17

    Robert M. Pirsig: Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten | Aus dem Amerikanischen von Rudolf Hermstein © 1978 Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt | Es liest Benjamin Hübner

    Eine Motorradreise durch den Nordwesten der Vereinigten Staaten. Eingebunden sind Erinnerungen des Ich-Erzählers an eine problematische gemeinsame Motorradreise mit seinem Sohn. Als Autobiographie enthält es Erinnerungen des Autors an sich selbst und an sein früheres Denken. „Dieses Buch bietet eine andere, ernsthaftere Alternative zum materiellen Erfolg an. (...) Und auch etwas Größeres als bloße Freiheit. Es setzt ein positives Ziel, auf das man hinarbeiten kann, das einen aber nicht einengt." Robert M. Pirsig
    Robert M. Pirsig, geboren 1928 in Minneapolis, studierte an der University of Minnesota Chemie, Philosophie und Journalismus und schließlich auch östliche Philosophie an der Hindu-Universität in Benares. Sein 1974 erschienener Roman „Zen und die Kunst, ein Motorrad zu warten" wurde ein internationaler Bestseller und gilt heute als Klassiker. Der Autor erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter 1979 den American Academy and Institut of Arts and Letter Award. Pirsig verstarb 2017 im Alter von 88 Jahren in Maine, USA.
    „Im Mittelpunkt des großen Abenteuers steht die Suche eines Mannes nach sich selbst: eine philosophische Easy-Rider-Ballade." (Stern)

    Kathrine Kressmann Taylor: Adressat unbekannt | Aus dem Amerikanischem von Dorothee Böhm © 2000 Hoffmann und Campe, Hamburg | Es lesen Thomas Straus und Niklaus Scheibli

    „Adressat unbekannt", der große literarische Erfolg von Kathrine Kressmann Taylor, ist ein Roman von beklemmender Aktualität. Gestaltet als Briefwechsel zwischen einem Deutschen und einem amerikanischen Juden in den Monaten um Hitlers Machtübernahme, schildert er die tragische Entwicklung einer Freundschaft und die Geschichte einer bitterbösen Rache.
    „Ich habe nie auf weniger Seiten ein größeres Drama gelesen", schreibt Elke Heidenreich in ihrem Nachwort. „Diese Geschichte ist meisterhaft, sie ist mit unübertrefflicher Spannung gebaut, in irritierender Kürze, kein Wort zu viel, keines fehlt ... Nie wurde das zersetzende Gift des Nationalsozialismus eindringlicher beschrieben. Adressat unbekannt sollte Schullektüre werden."

    Ingo Schulze: Peter Holtz: Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst | © 2017 S. Fischer, Frankfurt | Es liest Kerstin Hänel

    Peter Holtz will das Glück für alle. Schon als Kind praktiziert er die Abschaffung des Geldes, erfindet den Punk aus dem Geist des Arbeiterliedes und bekehrt sich zum Christentum. Als CDU-Mitglied (Ost) kämpft er für eine christlich-kommunistische Demokratie. Doch er wundert sich: Der Lauf der Welt widerspricht aller Logik. Seine Selbstlosigkeit belohnt die Marktwirtschaft mit Reichtum. Hat er sich für das Falsche eingesetzt? Oder für das Richtige, aber auf dem falschen Weg? Und vor allem: Wie wird er das Geld mit Anstand wieder los? Peter Holtz nimmt die Verheißungen des Kapitalismus beim Wort. Mit Witz und Poesie lässt Ingo Schulze eine Figur erstehen, wie es sie noch nicht gab, wie wir sie aber heute brauchen: in Zeiten, in denen die Welt sich auf den Kopf stellt.

    Hendrik Otremba: Über uns der Schaum | © 2017 Verbrecher Verlag, Berlin | Es liest Thomas Kaschel

    Der drogenabhängige Detektiv Joseph Weynberg trauert um seine Liebe – Hedy. Sie ist tot. Er bekommt den Auftrag, eine Frau namens Maude Anandin zu beschatten. Diese Femme Fatale ähnelt Hedy wie ein Klon. Weynberg entwickelt eine Obsession für Maude, die in Schwierigkeiten steckt und in ihrem exzessiven Leben dem Tod immer näher kommt. Menschen sterben, Weynberg ist unbeabsichtigt in diese Tode verstrickt. Maude und Weynberg müssen aus ihrer namenlosen Heimatstadt fliehen, die sie noch nie zuvor verlassen haben. Sie wollen nach Neu-Qingdao, einer Stadt weit im Osten, von der sie sich Zuflucht und Perspektive versprechen. In von Menschen verlassenen Gegenden finden sie Schönheit, stolpern in surreale Szenarien, die Grenzen zwischen Traum und Wirklichkeit verschwimmen. Die Flucht fordert ihren Tribut. Sie werden schwächer, ihre Lage hoffnungsloser, schließlich aber erreichen sie mit letzter Kraft die verheißungsvolle Stadt. Doch ihre Verfolger sind ihnen auf den Fersen ...
    Hendrik Otremba, Sänger der Postpunk-Band „Messer", erzählt in seinem Debütroman die Geschichte zweier verlorener Menschen, die in einer düsteren Zeit ums Überleben kämpfen müssen. Der Regen ist sauer, die Gesellschaft verroht – bei genauerem Blick wird klar: diese Welt ist unserer Gegenwart gefährlich nah.
    „Kann Spuren von Schüssen enthalten." (taz)

    Stig Dagerman: Spiele der Nacht | Es liest Nils Liebscher

    Die Novellensammlung „Spiele der Nacht" des schwedischen Erzählers und Dramatikers Stig Dagerman gliedert sich in zwei Teile: Realistische Erzählungen nach dem Vorbild der US-amerikanischen Kurzgeschichte und alptraumhafte Allegorien, die an Franz Kafka erinnern. Der Titel dieser Erzählungssammlung bezieht sich auf jene pathologischen ‚Spiele der Nacht', deren sich die Menschen als letzten Ausweg bedienen, um aus ihrer Einsamkeit heraus mit anderen in Kontakt zu treten. Das Ergebnis dieser Spiele ist jedoch meist negativ: In der Erzählung „Öffne die Tür, Richard" beispielsweise schließt sich eine Frau ein, um auf diese Weise mehr Beachtung von ihrem Mann zu finden; doch gerade das Gegenteil tritt ein, die Frau hat durch ihr »Spiel« ihre Einsamkeit, ihre Isolation nur verstärkt.

    Hermann Hesse: Siddhartha. Eine indische Dichtung | © 1969 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Valentin Kleinschmidt

    1922 veröffentlicht Hermann Hesse „Siddhartha. Eine indische Dichtung", eine literarische Kritik an den missionarischen Ambitionen seiner Vorfahren. Die beiden jungen Männer Siddhartha und sein Freund Govinda treffen auf der Suche nach Erleuchtung den Buddha Gautama. Während Govinda beschließt, bei Gautama zu bleiben, um mit seiner Hilfe weiterzukommen, erkennt Siddhartha, dass es keine Lehre gibt, dass er Erleuchtung nur erlangen kann, indem er lebt und Erfahrung sammelt. Das tut er - er stürzt sich in ein Leben voll Sinnesfreuden und Luxus, bis ihm bewusst wird, dass er den falschen Weg geht. Er lässt sein genussreiches Leben hinter sich und trifft Govinda wieder. Schließlich führt seine Wanderung ihn mit seinem Sohn zusammen, den er nun glaubt, erziehen zu müssen. Dass ‚Erziehung' das falsche Mittel ist, sieht er zu spät.
    „Siddhartha", 1953 im Suhrkamp Verlag erstmals erschienen und für Generationen zu einem Kultbuch geworden, ist die Legende von der Selbstbefreiung eines jungen Menschen aus den familiären und gesellschaftlichen Konventionen zu einem eigenständigen Leben, ein Buch über die Erkenntnis, dass Bewusstsein nicht überlieferbar ist durch Lehren, sondern nur durch eigene Erfahrung erworben werden kann. In diesem Text sucht Hesse zu ergründen, »was allen Konfessionen und allen menschlichen Formen der Frömmigkeit gemeinsam ist, was über allen nationalen Verschiedenheiten steht, was von jeder Rasse und von jedem Einzelnen geglaubt werden kann«.

    Wenedikt Jerofejew: Die Reise nach Petuschki | © 1987 Piper Verlag GmbH, München | Es liest Alexandra Weis

    Petuschki -  das ist eine kleine Stadt nordwestlich von Moskau an der Strecke Moskau -Vladimir. Berühmt und berüchtigt wurde sie durch das Poem Die Reise nach Petuschki des Dichters Wenedikt Jerofejew.
    Es ist ein delirierender Monolog eines russischen Arbeiters und Alkoholikers auf einer Zugreise von Moskau nach Petuschki. Der Autor, der sich lebenslang mit Gelegenheitsjobs über Wasser halten musste, verewigt in diesem Prosa-Gedicht sich selbst und seinen Alkoholismus. Der Protagonist mit Namen Wenedikt Jerofejew, oder auch Wenitschka genannt, steigt schon am Morgen betrunken mit einem Koffer voller alkoholischer Getränke und ein paar Geschenken für die Geliebte und das Söhnchen in Petuschki am Kursker Bahnhof in Moskau in den Zug.
    Diese Reise ist eine satirische Betrachtung des Sowjetsystems, der europäischen und russischen Literatur und deren Vertreter von Goethe über Puschkin bis zu Tschechow und Turgenjew. Jerofejew spielt auch auf Stalin und den Gulag an sowie die Unerreichbarkeit des sozialistischen Paradieses in Gestalt des Dorfs Petuschki.
    »Ich habe noch nie ein lustigeres und nie ein traurigeres Buch gelesen.« (Die Welt)

    Wolfgang Herrndorf: Sand | © 2011 Rowohlt Berlin | Es liest Frederik Leberle

    „Er aß und trank, bürstete seine Kleider ab, leerte den Sand aus seinen Taschen und überprüfte noch einmal die Innentasche des Blazers. Er wusch sich unter dem Tisch die Hände mit ein wenig Trinkwasser, goss den Rest über seine geplagten Füße und schaute die Straße entlang. Sandfarbene Kinder spielten mit einem sandfarbenen Fußball zwischen sandfarbenen Hütten."
    Mit „Sand", seinem letzten vollständigen Roman, gewann der 2013 verstorbene Bestsellerautor, Maler und Illustrator Wolfgang Herrndorf 2012 den Preis der Leipziger Buchmesse und gelangte noch im selben Jahr auf die Shortlist des Deutschen Buchpreises.
    Irgendwo zwischen Existenzialismus, Spionage- und, wie er selbst sagt, „Trottelroman", erzählt Herrndorf die Geschichte unseres Protagonisten Carl, der durch eine Reihe von Verwechslungen und eine unglückliche Begegnung mit dem Schlagstock eines schwedischen Geheimagenten sein Gedächtnis verliert ...
    Lesen wird diesen Roman der Schauspieler und Regisseur Frederik Leberle, der in der Spielzeit 2014/2015 mit „Tschick" sein Regiedebüt gab, einer Inszenierung, die mit großem Erfolg über mehrere Spielzeiten am Landestheater lief.
    „In „Sand" sieht man, was für ein großartiger, lapidar-berührender Autor er ist. Es ist ein lächelnder, freundlicher, sehr sympathischer Nihilismus, der aus Wolfgang Herrndorfs Sätzen spricht." (Frankfurter Rundschau)

    Mario Vargas Llosa: Die Stadt und die Hunde | Aus dem Spanischen von Wolfgang A. Luchting © 1980 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Solvejg Schomers

    Lima, Peru. An der Militärschule Leoncio Prado sollen junge Kadetten zu Soldaten erzogen werden. Die Rekruten nehmen sich die Verhaltensweisen ihrer Vorgesetzten zum Vorbild und erschaffen eine gnadenlose Hackordnung untereinander. In brutalen und erniedrigenden Aufnahmeriten unterdrücken die Älteren die Jüngeren, die Stärkeren die vermeintlich Schwächeren. Wer nicht mitspielt, wird gedemütigt. Bis ein Ereignis das Gefüge ins Wanken bringt ... 
    Mario Vargas Llosa, geboren 1936 in Arequipa/Peru, studierte Geistes- und Rechtswissenschaften in Lima und Madrid. Bereits während seines Studiums schrieb er für verschiedene Zeitschriften und Zeitungen und veröffentlichte erste Erzählungen, ehe 1963 sein erster Roman „Die Stadt und die Hunde" erschien. Neben zahlreichen anderen Auszeichnungen erhielt er 1996 den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2010 den Nobelpreis für Literatur.
    „Die Stadt und die Hunde" ist eine kritische Durchleuchtung der peruanischen Gesellschaft, eine leidenschaftliche Prüfung ihrer Widersprüche, ihrer Heucheleien, ihrer falschen Mythen und Konfusionen.

    Josef Bierbichler: Mittelreich | © 2011 Suhrkamp, Frankfurt am Main | Es liest Stephan Mertl

    1914. Im Ersten Weltkrieg durchschlägt eine Kugel erst den Stahlhelm, dann den Schädel des ältesten Sohnes des Seewirts in Seedorf. Wohl oder übel muss nun sein jüngerer Bruder Pankraz Hof und Wirtschaft übernehmen, der zwar auch den zweiten großen Krieg überlebt, allerdings eigentlich doch lieber Künstler als Bauer und Gastwirt geworden wäre ...
    Der deutsche Schauspieler und Schriftsteller Josef Bierbichler wurde 1948 am Starnberger See geboren. Seit Anfang der siebziger Jahre ist er als Theaterschauspieler auf allen großen Bühnen in Deutschland, Österreich und der Schweiz präsent. Mit seinem 2013 erschienenen Debütroman „Mittelreich" nutzt Bierbichler nun seine eigene Familiengeschichte als Grundlage für ein Epos über Krieg und Zerstörung, alte Macht und neuen Wohlstand und über die vermeintlich fetten Jahre. Der Film „Zwei Herren im Anzug", an Mittelreich orientiert und von Bierbichler persönlich inszeniert, ist seit dem 22. März 2018 in den Kinos zu sehen.
    »Bierbichler schreibt wie ein angeschlagener Boxer, der wild nach vorn drängt. Ungeschützt, wüst, toll.« (Stern)
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    Zum gemeinsamen Ausklang und zum Austausch über das Erlebte steht ab 20.30 Uhr der Große Saal im Münchner Hofbräu (Johannisgasse 8) zur Verfügung. Im geselligen Zusammensein bei Bier, Wein und anderen Getränken können die Zuhörer mit den Künstlern und Veranstaltern ins Gespräch kommen.
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    Beginn: 19.30 Uhr
    Einlass: 18.30 Uhr

    Eintritt: 7 EUR
    Schüler/Studenten: 5 EUR

    Der Vorverkauf zu „Literatur in den Häusern unserer Stadt" startet am Mittwoch, 28. März 2018 (Vorverkauf nur an der Kasse des Landestheaters). Beim Kartenkauf wird dann auch der Leseort bekannt gegeben.

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  • Nächste Vorstellungen Mi, 25.04.2018 - 19.30