Antigone

Tragödie von Sophokles

Worin die Kraft des Theaters liegt? In ebenso klaren wie starken Bildern. Oder wie würden Sie das Dilemma Antigones einstufen? Sie darf ihren Bruder nicht begraben. Das hat die Staatsführung verboten. Und da steht sie nun ...

Kein Stoff ist besser geeignet, das Für und Wider von individueller Entscheidung und Staatsräson zu diskutieren. Kein Text ist so rätselhaft und klar zugleich. Kaum ein Gedankenexperiment ist geschickter und wirklichkeitsnäher angelegt als dieses. Und deshalb kann man sich dem wohl 442 v. Chr. geschriebenen Stück immer wieder stellen, wie einer Sinfonie von Beethoven oder einem Gemälde von Leonardo da Vinci. Die Auseinandersetzung zwischen Antigone und König Kreon eskaliert. Ihr Bruder Polyneikes, Gegner Kreons, starb als Angreifer auf Theben. Nun sollen ihn die Aasgeier holen, beschloss der Sieger. Antigone widersetzt sich dem Tyrannen Kreon und blickt damit dem eigenen sicheren Tod ins Auge. Was aber wiegt schwerer: die individuelle Trauer oder das Gesetz? Es gibt keine Gewinner und Verlierer in dieser Auseinandersetzung sondern nur Verlierer. Deshalb ist „Antigone" eine Tragödie. Die Protagonistin wird ihre freie Entscheidung nicht überleben. Kreon geht es da nicht besser: Er fordert mit seiner harten Haltung die Götter heraus und erlebt, wie sie an ihm ein schreckliches Exempel statuieren.

Das Schauspiel „Antigone" gehört zum Menschheits-Kulturerbe und ist aktueller denn je. Schließlich ist seine Heldin Antigone eine Wutbürgerin, die nicht egoistisch, wohl aber auf der Basis einer zeitlosen Menschenwürde opponiert. Sich diesem Konflikt zu stellen, bedeutet sich die Grundfragen unseres Zusammenlebens zu stellen. Und das ist immer ein Gewinn.

Inszenierung und Kostüme Konstanze Lauterbach
Bühnenbild Ariane Salzbrunn
Bühnenmusik Achim Gieseler
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Antigone Anne Rieckhof
Ismene Sarah Zaharanski
Kreon Nils Liebscher
Haimon Oliver Baesler
Eteokles Frederik Leberle
Polyneikes Thorsten Köhler
Iokaste/Eurydike/Teiresias Dorothea Arnold
Chor Jörg Zirnstein, Niklaus Scheibli, Thomas Straus
Wächter Thorsten Köhler
Bote Thorsten Köhler

Pressestimmen

Stürmischer Applaus des Premierenpublikums für einen furios gespielten und packend inszenierten Klassiker, der dem Label "modern" alle Ehre macht. 
Neue Presse, 16. Januar 2017

Es ist eben diese überzeitliche „Haltung", die Konstanze Lauterbach vom ersten Moment an auf der Bühne etabliert. In ihr steigen alle Schauspieler auf zu einem künstlerischen Format, in dem wir die menschlichen Typen erkennen und in dem uns ihre Menschlichkeit gleichzeitig ungemein nahe geht.
Coburger Tageblatt, 16. Januar 2017