Bin nebenan

Monologe für zuhause von Ingrid Lausund

Wenn der Thermomix zum Heiligen Gral und die Balkonverkleidung zum neuen Westwall wird, sind wir schon mittendrin – mittendrin in unser aller Alltag, der – wenn wir ehrlich sind – auch schon einmal tragikomische Züge annimmt. Ingrid Lausund hat mit ihrem Text „Bin nebenan – Monologe für zuhause" wunderbare Verdichtungen geschaffen, die natürlich nicht unserem Alltag entstammen, in denen wir uns aber dann und wann selbst begegnen könnten. Es geht um Einrichtungsversuche.

Zugegeben – ob das schon reicht, um einen Theaterabend daraus zu machen? Es reicht. Und wie. Unsere Wohnträume sind ein Füllhorn an komischen und tragischen Steilpässen, die Ingrid Lausund zu pointierten Innenansichten der Einrichter selbst verdichtet. Für das Publikum werden vorsichtig Türen geöffnet, hinter denen Menschen wohnen, die ihre Einsamkeit verstecken möchten. Sie kaufen einen riesigen Esstisch, anstatt miteinander zu kochen, oder sie investieren in ein teures Badezimmer, wo sie ihren Körper (allein) zelebrieren möchten.

Das alles ist ebenso lustig wie traurig, nie verletzend, aber durchaus nachdenklich machend. Unsere Gesellschaft vereinzelt und vereinsamt – darum geht es letztlich, auch wenn wir uns das ewige Single-Ideal noch so schönreden. Apropos: Die „Monologe für zuhause" sind eine Fundgrube für neugierige Schauspieler. Schließlich ist auch im Bühnenleben nichts so schwer wie das Alleinsein – ohne Stichwortgeber oder Anspielpartner. Tja. Und da stecken wir mittendrin im Problem. Viel Vergnügen dabei!

Inszenierung Mascha Pitz
Bühnenbild und Kostüme Thomas Unthan
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Mit
Sarah Zaharanski
Eva Marianne Berger
Anne Rieckhof/ Britta Hübel

Pressestimmen

"Eine Komödie mit Tiefgang, die nie flach wirkt und für die es langen, verdienten Beifall gab. Unbedingt anschauen!"
Neue Presse, 26. September 2016

"Das hörbar amüsierte Publikum erlebt,wozu Theater in der Lage sein kann, wenn es einfach mal ganz ungeniert versucht, dem Fernsehen auf dessen ureigenstem Terrain Konkurrenz zu machen."
Coburger Tageblatt, 26. September 2016