Noch'n Gedicht

Ein Heinz-Erhardt-Abend

„Es soll manchen Dichter geben, der muss dichten, um zu leben. Ist das immer so? Mitnichten, manche leben um zu dichten." So schön hat es keiner vor und keiner nach Heinz Erhardt gesagt.

Der Mann war und ist ein Phänomen. Der Komponist, Dichter und Schauspieler brachte als einer der wenigen Humoristen nicht nur die Deutschen zum Lachen, als es eigentlich gerade gar nichts mehr zu lachen gab. Die britische Militärverwaltung genehmigte Erhardt 1947 eine der ersten komischen Radiosendungen im Nachkriegs-Hamburg. Die Offiziere behaupteten – und das ist das größte Lob, das man einem deutschen Komiker machen kann –, sie würden sich köstlich über Erhardt amüsieren, obwohl sie nicht ein Wort verständen.

Es ist dem 1909 in Riga geborenen Erhardt hoch anzurechnen: Er verstand es, mit einem zeitlosen Humor, die Menschen über sich und andere lachen zu lassen. So steht Heinz Erhardt in einer Reihe mit großen Künstlern wie Wilhelm Busch und Joachim Ringelnatz. Gelebt hat Erhardt, der sich selbst gern als „frühzeitige Spätausgabe" bezeichnete, in einer nach außen wohl gepflegten Normalität. Über Starallüren und Eskapaden wird wenig bekannt. Und doch schaffte es der gelernte Musikalienhändler, die Massen zu begeistern wie ein Rockstar. Wenn einer seiner Filme anlief, konnten sich die Kinobetreiber die Hände reiben. Wenn ein Buch erschien, lag es im Schaufenster ganz vorn. Wie Loriot und der frühe Otto war Erhardt mehr Philosoph als Clown, ein Typ, den man ständig knuddeln wollte – ein Menschenfreund und ein hochmusikalischer und poetischer Sinnstifter, auch wenn viele seiner Sätze erst einmal sinnlos wirkten.

Inszenierung Matthias Straub
Bühnenbild Susanne Wilczek

Mit
Eva Marianne Berger
Ingo Paulick

Pressestimmen

"Matthias Straub weiß genau, worauf es bei der vermeintlich leichten Unterhaltung ankommt – auf präzis gesetzte Pointen und feines Gespür für den immer wieder mal notwendigen Tempowechsel."
Coburger Tageblatt, 24. Oktober 2015

"Eine Komik, die nie ins Plumpe abgleitet, sondern vielmehr den Weg Richtung Genialität einschlägt."
Neue Presse, 24. Oktober 2015