Alte Scheisse Liebe

Ein Hollywood Ending für Hoffnungslose

Liederabend von Thorsten Köhler

Madame Justine tröstet mit Akkord. Nachdem nun auch leider ihre Kollegin Erika Berger von uns gegangen ist, weiß die musengeküsste Musiktherapeutin nicht mehr wohin mit den gebrochenen Herzen. Zum Glück hat das Landestheater Coburg ein Einsehen und stellt mit der Reithalle auch in dieser Theatersaison einen geeigneten Raum für die Liebestherapie nach der Justine-Methode zur Verfügung.

Nun heißt es also wieder: Sich und die Herzen ausschütten, aus therapeutischen Gründen und natürlich vor Lachen. Dabei ist das gar nicht lustig, so ein gebrochenes Herz. Auch das zeigt Thorsten Köhler in seinem Stück, halb Schauspiel, halb Musical, eine Revue der Reue und des Begehrens, eine Taschenoper voller Tränen und brüchiger Tabus. Schließlich gibt es noch keine Herzklebepistolen.

„Das leidenschaftlich mitgeschüttelte Premierenpublikum wollte gar nicht mehr aufhören zu applaudieren", vermeldete das Coburger Tageblatt nach der Premiere und unterstrich, wie nahe uns allen die vier Patienten von Madame Justine kamen. Dass uns auch eine Lackleder-Gespielin nahekam, wollen wir hier einmal lieber verschweigen.

Köhlers „Hollywood Ending für Hoffnungslose" bleibt zeitlos aktuell wie die Musik von Ludwig van Beethoven, Queen oder Andrea Jürgens. „Darf man über so viel Kummer lachen? Nein, man muss", befand die Coburger „Neue Presse" und erlebte „Jubel beim hoch-vergnügten Uraufführungs-Publikum". Madame Justines Salon ist wiedergeöffnet, denn – die Hoffnung stirbt zuletzt.

Musikalische Leitung Jan Reinelt
Inszenierung
Thorsten Köhler
Bühnenbild und Kostüme
Thorsten Köhler
Arrangements Jan Kersjes
Musikalische Einstudierung
Dominik Tremel, Jan Reinelt
Dramaturgie
Carola von Gradulewski

Bubi, 24 Benjamin Hübner
Kerstin, 26 Veronika Hörmann
Norman, 39 Dirk Mestmacher
Luis, 49 Nils Liebscher
Mme. Justine Jan Reinelt
Thekla, Gespielin Matthias Hertha

Pressestimmen

"Die vier in jeder Beziehung mitreißenden Darsteller dürfen ihr Gesangstalent wie ihr komödiantisches Geschick mit vollem Stimm- und Körpereinsatz (...) ausleben, wobei Köhler sein herrlich amüsantes Stück nicht zum Klamauk verkommen lässt."
Coburger Tageblatt, 16. April 2016

"Jubel beim hochvergnügten Uraufführungspublikum. Und eine Vokalzugabe zum Wegschmelzen ..."
Neue Presse, 16. April 2016