Dantons Tod

Schauspiel von Georg Büchner

„Die Revolution frisst ihre Kinder." Dies ist nur eine berühmte Textstelle aus Georg Büchners Drama „Dantons Tod", das 1835 herauskam und erst 1902 in Berlin uraufgeführt werden konnte. Als „unspielbar" wurde das wortmächtige Theaterdrama eingestuft, dabei kitzeln die großen Monologe und Wortgefechte der französischen Revolutionäre des Schauspielers Berufsehre so ganz besonders. Büchners Sprache fordert den Darstellern alles ab – schon daher lohnt ein Besuch dieser Neuproduktion. Die hitzigen Debatten müssen mit großer Virtuosität zum Leben erweckt werden.

Zwar duellieren sich hier die Revolutionäre Frankreichs, doch eigentlich gilt alles auch im Allgemeinen. Wer seine Macht wie nutzt, das seziert Büchner wie kaum ein anderer. Mehr oder weniger stumme Zeugen sind die Vertreter des Volkes und nicht zuletzt die Prostituierten, vor denen alle Politiker gleich sind – egal was sie in ihren Sonntagsreden beschwören. Wer sich selbst verkaufen muss, um zu überleben, glaubt nicht an politische Visionen. Das „älteste Gewerbe der Welt" kommt daher in Büchners „Danton" nicht durch Zufall einmal mehr zu Wort.

Wie aktuell dieser fast 200 Jahre alte Text ist, beweist der Blick in den Mittleren Osten. Und wenn längst überwunden geglaubte Rohheit zum Alltag wird, erinnert uns Georg Büchner daran, wie oft sich Geschichte wiederholt. Das lässt uns erschaudern und hoffen – zur gleichen Zeit.

Inszenierung Matthias Straub
Bühnenbild Till Kuhnert
Kostüme Carola Volles
Dramaturgie Carola von Gradulewski

George Danton Nils Liebscher
Camille Desmoulins Ingo Paulick
Hérault-Séchelles Tom Wild
Philippeau Niklaus Scheibli
Robespierre Thorsten Köhler
St. Just Benjamin Hübner
Barère Oliver Baesler
Collot d'Herbois Stephan Mertl
Fouquier-Tinville Thomas Straus
Julie/Lucile/Marion Sarah Zaharanski
Erster Bürger Andreas Lindemann
Zweiter Bürger Niklaus Scheibli
Dritter Bürger Ingo Paulick
Vierter Bürger Tom Wild
Fünfter Bürger Sarah Zaharanski
Sechster Bürger Oliver Baesler
Junger Mensch Oliver Baesler
Erster Fuhrmann Benjamin Hübner
Zweiter Fuhrmann Oliver Baesler

Pressestimmen

"Das Landestheater bietet mit dieser Produktion (...) ein lebendiges, erschütterndes Stück aktuellen politischen Theaters."
Coburger Tageblatt, 29. März 2016

"Stark gespielt, eindringlich inszeniert, kraftvoll beklatscht: Wieder einmal eine Premium-Produktion des Landestheaters."
Neue Presse, 29. März 2016