Was nützt die Liebe in Gedanken

Uraufführung

Schauspiel von Arno Meyer zu Küingdorf

„Live fast and die young": Dieser Satz trifft genau das Lebensgefühl der Clique rund um das Geschwisterpaar Günter und Hilde. In der flirrenden Atmosphäre des Berlins der Zwanziger Jahre feiern die Jugendlichen wilde Partys, verlieben sich kreuz und quer und wollen ihr Leben in vollen Zügen genießen. Günter fühlt sich zu Ellinor hingezogen, Hilde hat mit dem Koch Hans eine Affäre. Aber auch Günter hat ein Auge auf Hans geworfen und Hilde findet ihre Freundin Ellinor anziehend. Und dann ist da noch Paul: Paul stammt aus sehr einfachen Verhältnissen, besucht als Stipendiat die Oberrealschule Günters und ist über beide Ohren in Hilde verliebt. Mit seiner poetischen Begabung übt Paul eine starke Faszination auf Hilde aus, aber er ist eben nicht der einzige Mann, für den sie sich interessiert.

Die beiden Freunde Günter und Paul treffen eine Verabredung: aus Furcht vor einem Leben, das sich in größeren Zwängen abspielt, wollen sie am Höhepunkt in einem Akt der Selbstbestimmung freiwillig aus dem Leben scheiden. Ein alter Revolver in ihrem Besitz verleiht diesem Plan eine tödliche Brisanz. Am frühen Morgen nach einer von Alkohol und Eifersuchtsszenen geschwängerten Nacht wird aus diesem Spiel mit dem Tanz am Abgrund traurige Realität ...

Es war einer der spektakulärsten Kriminalfälle im Berlin der Zwanziger Jahre und seine gerichtliche Aufarbeitung wurde zum großen Medienereignis in der Weimarer Republik. Die Umstände der sogenannten Steglitzer Schülertragödie konnten nie zweifelsfrei geklärt werden, da die Beteiligten sich in Widersprüche verwickelten.

Dem Roman des Berliner Autors Arno Meyer zu Küingdorf , den er jetzt als Auftragsarbeit für das Landestheater Coburg dramatisiert hat, liegt diese authentische Geschichte zugrunde. Ähnlich wie in Wedekinds „Frühlingserwachen" prallt in „Was nützt die Liebe in Gedanken" die Lebenswelt der Jugendlichen bei den Erwachsenen auf völliges Unverständnis und darin ist der Stoff zeitlos aktuell.

Inszenierung Johannes Zametzer
Bühnenbild und Kostüme Udo Herbster
Dramaturgie Carola von Gradulewski

Günter Scheller Oliver Baesler
Paul Krantz Benjamin Hübner
Hilde Scheller Sarah Zaharanski
Ellinor Retti Eva Marianne Berger
Hans Stephan Ingo Paulick
Dr. Dr. Erich Frey Nils Liebscher
Elisabeth Krantz Kerstin Hänel
Otto Scheller Stephan Mertl

Pressestimmen

"Der Mut, ein unbekanntes Werk im Großen Haus an den Start zu bringen, hat sich gelohnt: Ein vitales, sinnliches, intensives Stück Theater ist hier zu entdecken."
Neue Presse, 25. Januar 2016

"Die 18 Szenen lässt Zametzer an die Rampe rempeln, unter die Äste des großen, knorrigen, aber abgestorbenen Baumes kriechen, den Ausstatter Udo Herbster in die hintere Mitte der Bühne gesetzt hat, oder von den vielen variablen Schultafeln symbolhaft eingrenzen. Alles ist spaßig und dabei furchtbar ernst."
Coburger Tageblatt, 25. Januar 2016



  • Nächste Vorstellungen Di, 07.06.2016 - 19.30