Der nackte Wahnsinn

Komödie von Michael Frayn

Michael Frayn musste schon immer berufshalber hinter Fassaden und Verkleidungen schauen. Als Reporter in Londoner Vororten ging er den Alltagsgeschichten auf den Grund, ließ sich weder von feinen Anzügen noch von kurzen Röcken beeindrucken, bevor er sich entschied, den Wahnsinn des Alltags für die Bühne in Farcen noch wahnsinniger zu machen. Zum Wesen des Theaters gehört es mit Verkleidungen zu spielen. Und schon früh erfanden die Autoren – unter ihnen ein gewisser William Shakespeare - das „Theater auf dem Theater“, eine doppelte Verwirrung, die zur Klärung des einen oder anderen Sachverhalts beitragen kann. In der rasanten Komödie "Der nackte Wahnsinn" dreht Michael Frayn dieses Prinzip lustvoll um: Er entkleidet seine Figuren gleich zweimal. Einmal zeigt er eine Theatertruppe, die eine harmlose Komödie probt und sich dabei eigentlich mehr selbst im Weg steht, als Probleme mit dem Textbuch zu haben. Die Schauspieler treiben sich gegenseitig in den Wahnsinn. Michael Frayns Rezept für Lachtränen und Zwerchfell-Krämpfe beim Publikum: Immer, wenn man denkt, es geht nicht schlimmer, geht es sehr wohl noch schlimmer. Denn wir sind hautnah dabei, wenn die Theatertruppe das unter Mühen herausgebrachte Stück auf seiner Tournee spielt - und zwar hinter der Bühne. Jetzt entkleidet Frayn seine Figuren ein zweites Mal, und da die ganze Welt bekanntlich seit Fraynes Kollege Shakespeare „Bühne“ genannt werden darf, erleben wir nichts weiter als den Wahnsinn des Theaters und den Wahnsinn des Lebens. Gleichzeitig.

Inszenierung Matthias Straub
Bühnenbild Till Kuhnert
Kostüme Thorsten Köhler
Dramaturgie Dirk Olaf Hanke

Dotty Otley (Mrs. Clackett) Katja Teichmann
Garry Lejeune (Roger Tramplemain) Thorsten Köhler
Brooke Ashton (Vicki) Anne Rieckhof
Frederick Fellowes (Philip Brent) Nils Liebscher
Belinda Blair (Flavia Brent) Kerstin Hänel
Selsdon Mowbray (Einbrecher) Thomas Straus
Lloyd Dallas, Regisseur Niklaus Scheibli
Poppy Norton-Taylor Eva Marianne Berger/ Leila Müller
Tim Allgood, Inspizient Benjamin Hübner

Pressestimmen

"(...) ein Festival der High-End-Komödiantik mit allem, was dazugehört (...)"
Neue Presse, 13. April 2015

"Ein Theaterabend mit eingebauter Erfolgsgarantie."
Coburger Tageblatt, 13. April 2015