The Raven / La voix humaine

Deutsche Erstaufführung (The Raven)

Kammeroper von Toshio Hosokawa/Monooper von Francis Poulenc
In englischer und französischer Sprache mit deutschen Übertiteln

Was kommt uns merkwürdiger vor? Nur noch über das Telefon mit Mitmenschen zu kommunizieren oder mit einem Tier zu sprechen? Der Opern-Doppelabend „The Raven/La voix humaine" greift beide Merkwürdigkeiten auf und stellt die immerwährende Frage: Wer teilt unseren Schmerz, und wie teilen wir uns mit?

Die zwei schaurig-schönen Stücke „The Raven" von Toshio Hosokawa und Francis Poulenc lassen uns gruseln und grübeln. Aber nicht zu lange, denn beide Werke sind Kurzopern. Die Deutsche Erstaufführung „The Raven" ist eine Vertonung des Edgar-Allen-Poe-Gedichtes, an dem der Dichter einst zehn Jahre gearbeitet und mit dem er ganze zehn Dollar verdient haben soll. Das ist aber nicht das eigentlich Gruselige: Das Poem handelt von einem Mann, der seine gestorbene Geliebte vermisst. Eines nachts setzt sich ein Rabe über seine Zimmertür. Der Mann ist verwundert, stellt Fragen und erhält vom schwarzen Vogel immer nur ein Wort als Antwort: „Nimmermehr!"

Kein Anschluss unter dieser Nummer auch im zweiten Stück. Francis Poulenc erzählt die Geschichte einer Verlassenen, die am Telefon versucht ihren Geliebten zurückzugewinnen. Zur Uraufführung 1959 war das ein zeitgeistiges, modernes Thema, und bevor wir nun schmunzeln, werfen wir doch einmal einen Blick auf unser Smartphone und schauen, wie viele digitale Versuche wir heute unternommen haben, um mit einem mehr oder weniger geliebten Menschen Kontakt aufzunehmen.

Musikalische Leitung Hannes Krämer
Inszenierung Bodo Busse (The Raven), Tobias Materna (La voix humaine)
Bühnenbild und Kostüme Christof Cremer
Dramaturgie Renate Liedtke

Die Frau (La voix humaine) Anna Gütter
Mezzosopran (The Raven) Verena Usemann

Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg

Pressestimmen

"Bodo Busses Erstaufführungs-Inszenierung von Hosokawas 'The Raven' ist eine raffiniert anspielungsreiche Deutung
des Stoffes. (...) Busse bringt diese Geschichte mit feinem Gespür für subtile Anspielungen und die Balance zwischen realistischem Detail und surrealem Kontext auf die Bühne."
Coburger Tageblatt, 15. Mai 2017

"Die Sopranistin Anna Gütter geht vollkommen in ihrer Rolle auf, singt mit allen Emotionen, Zwischentönen und wütend grotesken Ausbrüchen (...) Das Orchester unter Gastdirigent Hannes Krämer spielt auf den Punkt genau, die Tempi, die Dynamik, das Timing stimmt. Das Publikum ruft ausdauernd Bravo."
Neue Presse, 15. Mai 2017