Die stumme Serenade

Operette von Erich Wolfgang Korngold

Auf Frauenraub steht – selbstverständlich – Todesstrafe! Soweit ist es gekommen im Königreich Neapel. Umso größer ist der Aufschrei, als die Schauspielerin Silvia Lombardi davon berichtet, dass nachts ein Unbekannter an ihrem Bett gestanden hat. Etwas weniger schlimm: Unter dem Bett ihres Verlobten, dem Ministerpräsidenten, wurde eine Bombe deponiert. Die ging allerdings nicht hoch. Polizeiminister Caretto steht aber nun doppelt unter Zugzwang.

Was wie ein Polit-Thriller beginnt, ist in Wirklichkeit eine köstliche Musik-Komödie, halb Operette, halb Oper und irgendwie auch ein Musical. Schließlich schrieb Erich Wolfgang Korngold seine „Stumme Serenade" für den Broadway. Dort kam das Stück nie an und wurde auch nach der Uraufführung in Deutschland rasch vergessen.

Warum? Das Publikum war begeistert, die Kritiker allerdings nicht. So ist es nun einmal. Höchste Zeit, Korngolds wunderbares Werk einmal wieder aufzuführen. Alles klingt wie die Erinnerung an ein schönes Caféhaus: An eines, in dem es nach frisch geröstetem Kaffee und Zigarre, nach Zeitung und nach feinster Torte duftet, wo gelacht, getrauert und geliebt wird, und alles mit einem Likörchen endet. „Ich geh' mit Dir bis ans End' der Welt" oder „Luise, Luise, Du hast etwas" heißen die Hits dieses vergessenen Kleinods. Dabei geht es hier nicht um irgendeine Musik. Erich Wolfgang Korngold revolutionierte unter anderem zwischen 1935 und 1946 die Filmmusik in Hollywood und gilt als spätromantisches Genie.

Musikalische Leitung Roland Fister
Inszenierung Tobias Materna
Bühnenbild und Kostüme Lorena Diaz-Stephens, Jan Hendrik Neidert
Dramaturgie Renate Liedtke

Silvia Lombardi Anna Gütter
Bettina, ihre Kammerfrau Kerstin Hänel
Louise Jelena Bankovic
Laura, Salonchefin Stephan Ignaz
Mannequins Stefanie Ernst/Heidi Lynn Peters*, Joanna Stark, Eva Maria Fischer
Andrea Coclé, der Schneider Salomón Zulic del Canto
Sam Borzalino, Reporter Dirk Mestmacher
Coretto, Polizeiminister Felix Rathgeber
Benedetto Lugarini Thorsten Köhler
Diener des Ministerpräsidenten Stephan Ignaz
Pater Orsenigo Niklaus Scheibli
Gefängniswärter Niklaus Scheibli
Wachen Niklaus Scheibli, Stephan Ignaz
Der Vorsitzende Stephan Mertl
Ein Offizier Niklaus Scheibli
Carlo Marcelini, Revolutionär Stephan Mertl
Kassierer, Gerichtsdiener Manfred Völk

Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg
Statisterie

*Doppelbesetzungen in alphbetischer Reihenfolge

Pressestimmen

"Die Regie von Tobias Materna und die in jeder Rolle bestens besetzte Darsteller- und Sängerschar jedenfalls machen aus dieser 'Stummen Serenade' ein ebenso witziges und turbulentes wie klangvolles Theatervergnügen."
Coburger Tageblatt, 27. Februar 2017

"Die Dialoge sind komödienreif und recht scharfkantig, verblüffen mit gewandtem Wortspiel und sorgen für viele sponatne Lacher."
Neue Presse, 27. Februar 2017

"In Coburg enttäuscht Tobias Maternas Inszenierung an diesem enorm umjubelten Abend nicht. Hier besann man sich darauf, dass Korngold auch als Filmmusikkomponist in die Geschichte einging – also spielt die Handlung zum einen vor einem (im übrigen von Jan Hendrik Neidert und Lorena Diaz Stephens herrlich gebauten) Kino der 30er, 40er, 50er Jahre."
Der Opernfreund