Das schlaue Füchslein

Oper von Leoš Janáček | Empfohlen für Menschen ab 16 Jahren
In deutscher Sprache

„Ist ein Opernbesuch so natürlich wie ein Waldspaziergang?" „Ganz bestimmt", hätte der Komponist Leoš Janáček als überzeugter Panslawist auf Tschechisch geantwortet, obwohl er fehlerfrei Deutsch sprach. Er schaute gern seinen Mitmenschen auf den Mund und komponierte, wie sie in ihrer Muttersprache kommunizierten.

Mit seiner „Sprechmelodie" revolutionierte er das Musiktheater des frühen 20. Jahrhunderts. Das natürlich Fließende war für ihn aber keine Sensation, sondern Inspiration. Kein Wunder, dass er seine Oper „Das schlaue Füchslein" daher auch für sein bestes Werk hielt.

Die fabelartige Handlung spielt in der Natur und in einem kleinen Dorf, wo Förster, Pfarrer und Lehrer um die Gunst einer Zigeunerin werben, die das Publikum nie zu Gesicht bekommt. Die Heldin aber ist eine Füchsin, die gefangen wird, ihre Freiheit wieder erlangt und doch schließlich als Muff endet. Das ist brutal, aber das ist auch der Gang der Dinge, würde Leoš Janáček wieder auf Tschechisch sagen.

Er und sein Freund Antonín Dvořák teilten die Auffassung, dass die Beobachtung der Menschen und der Landschaften, in denen sie leben, vieles von dem liefert, was die Komposition von Musik zu etwas Besonderem macht. In der Natur fand vor allem Leoš Janáček, was andere in Philosophie oder Religion vermuteten: große Zusammenhänge im Kleinen – und so klingt auch seine Musik, die gleichzeitig große Geste und winziges Klang-Gewimmel sein kann. Janáček wuchs wie Erich Wolfgang Korngold (siehe: „Die stumme Serenade") in Brünn auf. Dieser traditionsreichen Musikstadt widmet sich das Landestheater Coburg 2016/2017 gleich doppelt. Einfach so, weil es im Laufe der Musikgeschichte natürlich erscheint. Das hätte Leoš Janáček sicher gefreut.

Musikalische Leitung Roland Kluttig
Inszenierung Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka
Bühnenbild und Kostüme Alexandra Szemerédy, Magdolna Parditka
Dramaturgie Renate Liedtke
Choreinstudierung Lorenzo Da Rio
Einstudierung Kinderchor Daniel Pfaff-Lapins

Der Förster Peter Schöne
Die Frau Försterin Gabriela Künzler
Der Schulmeister / Mücke David Zimmer
Der Pfarrer / Dachs Michael Lion
Háraschta, ein Landstreicher Jiří Rajniš
Der Gastwirt Pásek / Hahn Sascha Mai
Die Gastwirtin Páskova / Schopfhenne / Eule Heidi Lynn Peters
Dackel / Specht / Eichelhäher Emily Lorini
Füchsein Schlaukopf Ana Cvetkovic-Stojnic
Fuchs Kora Pavelic
Franzl Kostas Bafas
Sepp Jan Korab


Chor und Kinderchor des Landestheaters
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg

Pressestimmen

"Wer erleben will, wie packend modern Musiktheater sein kann, wenn man bei diesem Werk hinter die Fassade der nur vermeintlich harmlosen Tierfabel blickt, erlebt am Landestheater eine überaus spannende Premiere mit einer Sogwirkung, der sich niemand entziehen kann (...)."
Coburger Tageblatt, 6. Februar 2017

"Spannender kann große Oper nicht erzählt werden: Gekonnt zeitaktuell, aber originalgetreu bis ins Detail. In einem steten Fluss, ohne einen Bruch im Timing, konzentriert und in klaren, wie mit dem Skalpell geschnittenen Bildern, die sich punktgenau um die Partitur legen und alle Emotion aus dieser auf die Bühne saugen."
Neue Presse, 6. Februar 2017