Fidelio

Oper von Ludwig van Beethoven | Mit großzügiger Unterstützung von Alexander von Glenck, Zürich

So ist er nun einmal, der Deutsche. Er könnte Beethovens einzige Oper „Fidelio" schlichtweg nicht mögen, weil sie nie fertig wurde, weil die Sänger hier und da nicht richtig zur Geltung kommen oder weil das Kontrafagott wichtiger ist als die erste Geige. Also: Weil sie nicht deutsch und perfekt genug ist. Aber nein: Der Deutsche zählt das Werk mit den vielen Ungereimtheiten zu seinen Lieblingen. Der Italiener staunt, der Russe sowieso, und der Franzose, also der Franzose kann es verstehen. Schließlich hat das Anti-Tyrannei-Singspiel seinen Ursprung in der Revolution, die bekanntlich einige ihrer Kinder mit großem Appetit verspeiste. Was aber, wenn der Einzelne anderer Meinung ist und sich nicht so einfach im Räderwerk der Geschichte zermalmen lässt?

Leonore will verhindern, dass ihr Gatte Florestan ein weiteres unschuldiges Polit-Opfer Don Pizarros wird. Als Mann verkleidet – Deckname Fidelio – schleicht sie sich in das Gefängnis des Despoten und gewinnt mit List und Liebe das Wichtigste in unruhigen Zeiten: Zeit. So kann sie das Schlimmste abwenden.

Als Freiheitsoper wird „Fidelio" gern bezeichnet. Und unabhängig davon, wie viel individuelles Heldentum und Gattenliebe erforderlich ist, um frei zu werden oder zu bleiben, kann das mit der gewonnenen Freiheit verbundene Glücksgefühl dank Beethovens Musik auf immer im kollektiven Gedächtnis bewahrt werden. „Oh, welche Lust", singt da der Chor und beschert uns Gänsehaut, den Freiheits-Füßetretern aber die allerschönsten Kopfschmerzen. Bravo, Beethoven!

Musikalische Leitung Roland Kluttig
Inszenierung Rudolf Frey
Bühnenbild und Kostüme Madeleine Boyd
Choreinstudierung Lorenzo Da Rio
Dramaturgie Renate Liedtke

Don Fernando Salomón Zulic del Canto/Jiří Rajniš*
Don Pizarro Michael Lion
Florestan Roman Payer
Leonore Tünde Szaboki
Rocco Felix Rathgeber
Marzelline Julia Da Rio/Anna Gütter*
Jaquino Dirk Mestmacher/David Zimmer*

Chor und Extrachor des Landestheaters
Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg

*Doppelbesetzungen in alphabetischer Reihenfolge

Pressestimmen

"Beethovens 'Fidelio' am Landestheater – ein Spielzeit-Auftakt, dermusikalisch in Bann zieht und szenisch spannende
Fragen stellt."
Coburger Tageblatt, 20. September 2016

"Die musikalische Umsetzung des 'Fidelio' lässt an diesem Premieren-Abend kaum Wünsche offen: Das Orchester it in allen Instrumentengruppen bestens besetzt, und so kommt das Auf und Ab zwischen Verzweiflung und vorwärtsstürmender Hoffnung bestens zum Tragen."
Neue Presse, 20. September 2016